Verfasst von: Juli. | 22. Januar 2015

Zurück zum Anfang

Zurück zum Anfang, zum Ort an dem meine Reiselust geweckt wurde. Nach 4 Jahren bin ich endlich wieder Kapstadt. Gleichzeitig bin ich damit auch wieder am Anfang dieses Blogs. Denn dieser ist damals entstanden, weil ich von meinen kleinen und grösseren Abenteuern von meinem Aufenthalt hier berichtet habe.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich damals voller Freude aufgebrochen bin an einen unbekannten Ort, in die weite Ferne, meine Familie und Freunde zu Hause zurück liess. Es war alles etwas chaotisch, denn direkt nach der letzten Prüfung machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Dort angekommen, wartete der grosse Abschied auf mich. Meine Mama sagte damals zu mir, ich sehe aus als würde ich einfach nur kurz in den Urlaub fahren. Genauso hatte ich mich auch gefühlt, nur dass dieser „Urlaub“ mehrere Monate andauern sollte. Seit damals habe ich meien Liebsten immer wieder mal für längere Zeit zu Hause zurück gelassen, denn von nun an wollte ich die Welt entdecken.

Ich wollte immer wieder nach Südafrika zurück, zu viele Orte hatte ich noch nicht gesehen. Ich kann nicht einmal genau beschreiben, was mich an Kapstadt so fasziniert, aber als ich die Stadt verlassen habe, war ich mir sehr sicher, dass ich irgendwann wieder kommen würde. Nun ist es also so weit.

Es war alles etwas anders dieses Mal. Ein Hauptgrund warum ich mich überhaupt für dieses Projekt beworben hatte, war dass es teilweise in Südafrika stattfindet. Das Land war es, wo ich wieder hin wollte, das Projekt an sich war eher nebensächlich. Irgendwie habe ich es geschafft die Stelle zu bekommen, habe mich in den letzten Monaten mit dem Projektthema auseinandergesetzt und angefreundet und mit Spannung diese Reise erwartet.

Die Zeit schritt voran und es war nicht mehr nur Vorfreude auf die Reise, das Projekt und die Leute, sondern auch Angst. Ich hatte Angst, dass es mir nicht mehr so gut gefällt, wie damals als ich wahrscheinlich geblendet war, weil ich das erste Mal Europa verlassen hatte. Ich hatte Angst, dass es mir so gut gefällt, dass ich nicht wieder zurück kommen möchte. Ich hatte Angst, dass sich so vieles verändert hat. Dass ich mich verändert habe.

Die Sicht war gut während unseres Tagesfluges und ich konnte live mitverfolgen, wie wir uns unseren Weg Richtung Süden bahnten. Hinweg über die schneebedeckten Gipfel der Alpen, über das Mittelmeer die unendlichen Sanddünen der Sahara, Savanna, Flussdeltas. Dann war die Sicht durch Wolken gestört und an der Grenze von Angola zu Namibia ging die Sonne unter und es wurde langsam dunkel. Dann war alles schwarz draussen bis wir langsam unsere Flughöhe verringerten und die Lichter der Städte zu sehen waren.

Kapstadt. Es kam immer näher und auf einmal war ich überwältigt. Es war alles wieder da in meinem Kopf. Ich hörte das typisch afrikanische English in meinem Ohr, ich wusste genau wie unser Haus damals aussah, welchen Weg ich immer zur Uni nahm, wo ich mit dem Minibustaxi aussteigen musste, damit ich Samstag zur Old Biscuit Mill kam, den Ausblick auf die Stadt, wenn ich den Jamie Shuttle ins Zentrum nahm, die Longstreet, die Promenade hinter der Waterfront, die Architektur der Häuser, die Strassenzüge, wie eine Stadtkarte füllte sich mein Kopf mit Puzzleteilen.

Kapstadt. Mother City. Hier bin ich wieder. Ich freue mich darauf, deine Strassen zu erkunden, zu schauen was sich verändert hat. Ich habe keine Angst mehr, ich bin aufgeregt.


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