Posted by: Juli. | 3. March 2015

Adventure is in our Nature – Otter Trail

Meine erste Mehrtageswanderung sollte also in Südafrika stattfinden. 5 Tage, 4 Nächte an der Südküste entlang. Dies wird kein Erfahrungsbericht, denn wenn man ein bisschen sucht, findet man davon online wirklich schon genügend. Ich möchte nur jeden der ein anderes Südafrika weit ab vom lebendigen Stadtleben Kapstadts oder der touristischen Wildnis des Krüger Nationalparks erleben möchte, dazu ermutigen in Südafrika wandern zu gehen. Möglichkeiten gibt es ausreichend. Während meiner 9-tägigen Reise von Port Elizabeth nach Kapstadt war ich fast jeden Tag wandern (eine Mehrtageswanderung von 5 Tagen, 3 Halbtageswanderungen). Der schönste Teil war mit Abstand der Otter Trail, was allerdings auch an dem unschlagbar gutem Wetter und der Einsamkeit lag. Nur 12 Leute dürfen den jeden Tag starten und das trägt ungemein dazu bei, dass man das Gefühl hat man ist allein mit der Natur. Nur, wenn man sich abends an den Hütten wiedertrifft, merkt man das dort noch andere Menschen unterwegs sind.

Die Natur atemberaubend schön: schroffe Felsen, steile Wege, dichter Wald, einige mehr oder wenige abenteuerliche Flussüberquerungen und das Meeresrauschen immer in den Ohren. Die Tagesetappen haben eine angenehme Länge, so dass viel Zeit bleibt, um an geeigneten Stellen im Meer oder Flüssen baden zu gehen, die Brandung zu beobachten oder nach Vögeln, Ottern oder Delfinen Ausschau zu halten. Auch Paviane kommen gerne mal zu Besuch, wenn die Mülltonnen an den Hütten nicht richtig geschlossen sind.

Und wenn man sich dazu entschlossen hat, dieses Naturparadies nie wieder verlassen zu wollen, steht man auch schon an der letzten steilen Klippe mit dem Blick auf ein weiteres Paradies: ein kilometerlanger Strand, fast menschenleer – Welcome to Nature‘s Valley. Dort wo die Strapazen ein Ende haben und man ein letztes Mal die Einsamkeit genießen kann, bis einem bewusst wird, das es gleich wieder zurück in die Zivilisation geht.

Schön war’s. Und hier noch ein paar Bilder.

Blick auf Nature's Valley. Nach 5 Tagen wandern, ist das Ende des Otter Trail erreicht.

Blick auf Nature’s Valley. Nach 5 Tagen wandern, ist das Ende des Otter Trail erreicht.

Ein kleiner Nachtrag:
Wie auf den Bildern zu sehen ist, war ich sehr vom Wasser fasziniert. Die Brandung der Wellen ist wie das Feuer – man kann einfach nicht aufhören sie anzustarren.

Posted by: Juli. | 21. February 2015

Hello Cape Town

Der Moment an dem ich mich irgendwie wieder heimisch fühlte, kam als ich an meinem zweiten Tage nach der Rückkehr aus der Karoo im Minibus saß. Wie gewohnt fuhren die Minibusse die Main Road hinauf und hinab mehr oder weniger hupend. Ich winkte dem Fahrer zu und kurze Zeit später hielt der Bus an. Ich stieg ein und auf einmal fühlte ich mich als hätte ich diese Stadt nie verlassen. Auf einer Bank mit einer pummeligen Frau mit weißem Shirt, bunter Perlenekette, langem bunten Rock und vielen Plastiktüten (wahrscheinlich kam sie gerade vom Einkaufen); vor mir eine Big Mama gekleidet von oben bis unten in den selben orange-roten Stoff mit grünen und braunen Blumen, die Haare unter einem Tuch des selben Stoffes versteckt; hinter mir vier Mädels, vielleicht Studenten mit wilden Flechtfrisuren und vorne neben dem Fahrer eine Dame im Cocktailkleid begleitet von einem Herrn im Anzug. Alle zusammen saßen wir in demselben schäbigen Minibus. Die aktuellen Charts dröhnten laut in unseren Ohren und die Bänke bebten im Takt des Basses. Alle hatten wir dasselbe Ziel: Stadtzentrum, wo sich anschließend unsere Wege trennen sollten.

Es ist dieses Gefühl von Gleichheit, dass mich die Fahrten im Minibus so lieben lässt. Für einen Moment ist die ganze Ungerechtigkeit vergessen. Es gibt keine Unterschiede zwischen Arm und Reich im Minibus, alle zahlen den gleichen Preis und niemand versucht dir einen höheren Preis abzuverlangen, nur weil du weiß bist. Oder ein Tourist. Oder sogar beides. Zumindest hatte ich selbst bisher nur eine schlechte Erfahrung bei all meinen Fahrten.

Auf den Fahrstil muss man sich einlassen. Ich fühle mich im Bus sogar sicherer als in einem Auto zwischen den ganzen Minibussen, wahrscheinlich weil ich bisher noch keinen Unfall erlebt oder gesehen habe. Das soll bitte auch so bleiben.

In der Stadt angekommen, war ich erstaunt wie gut ich mich zurecht fand, ohne Probleme fand ich die Longstreet, die Companys Garden und später auch den Weg zur Waterfront und wieder zurück zum Minibusbahnhof. Auf meine Ortskenntnisse ist also immer noch Verlass. Als ich heim wollte, kam ich natürlich genau in die Rush-Hour, der Bahnhof war leer von Bussen und voll von Menschen. Auch wenn es manchmal sehr chaotisch dort wirkt, auf einmal war alles geordnet. Die Menschen reihten sich je nach Fahrtziel auf ihre Bank ein und warteten. Und warteten. Nachdem ich das Ende meiner Schlange gefunden hatte, wartete ich mit ihnen. Vielleicht eine halbe Stunde, wahrscheinlich länger. Ich weiss es nicht, denn Wartezeit vergeht in Afrika für mich irgendwie immer ganz schnell. Ein Bus kam, war voll, fuhr los, ich rückte ein paar Plätze nach vorne, während die Schlange hinter mir immer länger wurde. Irgendwann stand ich so weit vorne, dass ich einen Platz im nächsten Bus ergatterte und die stop&go-Fahrt durch den Feierabendstau nach Hause begann.

Welcome back to Cape Town.

Aufgereiht. Warten auf den Minibus,

Aufgereiht. Warten auf den Minibus,

Posted by: Juli. | 4. February 2015

Goodbye Karoo

Nach nur einer Nacht am Flughafen von CT ging es für uns gleich weiter Richtung Karoo. Das einzige was ich an diesem Tag von CT sah, war der Tafelberg von hinten, aber der sah natürlich wieder sehr vielversprechend aus. Ich verbrachte die nächsten 10 Tage in einer der wildesten Gegenden Südafrikas: die Karoo. Mitten im Nirgendwo umgeben von Hügeln und Bergkuppen (je nachdem ab wie vielen Höhenmetern man einen Berg definiert) mit Blick auf den Compassberg hatten wir ein altes Farmhaus bezogen. Kein Internet, Strom nur über einen Generator und eine warme Dusche gab es nur, wenn das Feuer rechtzeitig gezündet wurde. Die nächste Farm war gut 20-30 min Sandstrasse von uns entfernt, der nächste Ort mit Supermarkt mehr als 1,5 Stunden. Entspannung im Einklang mit der Natur. Auf dem Weg zu unserem Arbeitsgebiet trafen wir fast täglich Elenantilopen, kleine Springböcke, riesige Herden von Kuhantilopen, Schildkröten in allen Größen, verschiedenste Vögel, Paviane, hübsche Ngunis, Wildpferde, Kühe und manchmal auch ein Zebra. Wer braucht da schon eine Safari-Tour?! Die Arbeitstage begannen kurz nach dem Sonnenaufgang und endeten meist am frühen Nachmittag, weil es entweder viel zu heiß war, um sich mitten in der Sonne aufzuhalten oder weil uns ein Gewitter stoppte. Das Wetter bot ein rasantes Schauspiel erster Klasse. An manchen Tagen konnten wir das Auftürmen der Gewitterwolken während unserer Mittagspause live mitverfolgen, kurze Zeit später blitzte es im Minutentakt, der Regen prasselte hinab und wir konnten zu schauen wie sich durch das trockene Flussbett plötzlich ein reißender Strom den Weg bahnte. Zur Abwechslung von den Feldarbeiten gönnten wir uns einen Tag „Entspannung“ und kletterten den Compassberg hinauf. Mit 2502 m ist dies der höchste Berg der Sneeuberge und gleichzeitig die höchste Erhebung des südlichen Afrikas außerhalb der Drakensberge. Die Wegbeschreibung lautete etwa wie folgt: dem Feldweg folgen bis ihr an ein kleines Tor kommt, dann auf der linken Seite des Zauns immer gerade aus nach oben, links halten, aber nicht zu weit links, denn irgendwann geht es rechts hoch, immer geradeaus. Klingt doch logisch, oder? So simpel und unvorstellbar es auch klang, es ging wirlkich fast immer einfach nur geradeaus. Was mit einem steilen Berganstieg über eine Wiese mit reichlich Geröll und Steinbrocken begann, verwandelte sich schnell ins Klettern über riesige Felsbrocken und Wände, wo man sich doch irgendwann fragte, wer auf die Idee gekommen sei, diesen Weg zu erkunden. Nach entspannten 3,5 Stunden waren wir oben angekommen, bis auf den steilen Anstieg am Anfang, fand ich es nciht anstrengend, da wir die meiste Zeit mit dem Finden eines Weges beschäftigt waren. Es bot sich ein grandioser 360° Blick über die Sneeuberge und einige Farmen der Umgebung. Nach gut 10 Tagen in der Wildnis der Karoo machten wir uns wieder zurück auf den Weg in die Zivilisation. Ein kleiner Kulturschock für mich. DSC01507_1

Posted by: Juli. | 22. January 2015

Zurück zum Anfang

Zurück zum Anfang, zum Ort an dem meine Reiselust geweckt wurde. Nach 4 Jahren bin ich endlich wieder Kapstadt. Gleichzeitig bin ich damit auch wieder am Anfang dieses Blogs. Denn dieser ist damals entstanden, weil ich von meinen kleinen und grösseren Abenteuern von meinem Aufenthalt hier berichtet habe.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich damals voller Freude aufgebrochen bin an einen unbekannten Ort, in die weite Ferne, meine Familie und Freunde zu Hause zurück liess. Es war alles etwas chaotisch, denn direkt nach der letzten Prüfung machte ich mich auf den Weg zum Flughafen. Dort angekommen, wartete der grosse Abschied auf mich. Meine Mama sagte damals zu mir, ich sehe aus als würde ich einfach nur kurz in den Urlaub fahren. Genauso hatte ich mich auch gefühlt, nur dass dieser „Urlaub“ mehrere Monate andauern sollte. Seit damals habe ich meien Liebsten immer wieder mal für längere Zeit zu Hause zurück gelassen, denn von nun an wollte ich die Welt entdecken.

Ich wollte immer wieder nach Südafrika zurück, zu viele Orte hatte ich noch nicht gesehen. Ich kann nicht einmal genau beschreiben, was mich an Kapstadt so fasziniert, aber als ich die Stadt verlassen habe, war ich mir sehr sicher, dass ich irgendwann wieder kommen würde. Nun ist es also so weit.

Es war alles etwas anders dieses Mal. Ein Hauptgrund warum ich mich überhaupt für dieses Projekt beworben hatte, war dass es teilweise in Südafrika stattfindet. Das Land war es, wo ich wieder hin wollte, das Projekt an sich war eher nebensächlich. Irgendwie habe ich es geschafft die Stelle zu bekommen, habe mich in den letzten Monaten mit dem Projektthema auseinandergesetzt und angefreundet und mit Spannung diese Reise erwartet.

Die Zeit schritt voran und es war nicht mehr nur Vorfreude auf die Reise, das Projekt und die Leute, sondern auch Angst. Ich hatte Angst, dass es mir nicht mehr so gut gefällt, wie damals als ich wahrscheinlich geblendet war, weil ich das erste Mal Europa verlassen hatte. Ich hatte Angst, dass es mir so gut gefällt, dass ich nicht wieder zurück kommen möchte. Ich hatte Angst, dass sich so vieles verändert hat. Dass ich mich verändert habe.

Die Sicht war gut während unseres Tagesfluges und ich konnte live mitverfolgen, wie wir uns unseren Weg Richtung Süden bahnten. Hinweg über die schneebedeckten Gipfel der Alpen, über das Mittelmeer die unendlichen Sanddünen der Sahara, Savanna, Flussdeltas. Dann war die Sicht durch Wolken gestört und an der Grenze von Angola zu Namibia ging die Sonne unter und es wurde langsam dunkel. Dann war alles schwarz draussen bis wir langsam unsere Flughöhe verringerten und die Lichter der Städte zu sehen waren.

Kapstadt. Es kam immer näher und auf einmal war ich überwältigt. Es war alles wieder da in meinem Kopf. Ich hörte das typisch afrikanische English in meinem Ohr, ich wusste genau wie unser Haus damals aussah, welchen Weg ich immer zur Uni nahm, wo ich mit dem Minibustaxi aussteigen musste, damit ich Samstag zur Old Biscuit Mill kam, den Ausblick auf die Stadt, wenn ich den Jamie Shuttle ins Zentrum nahm, die Longstreet, die Promenade hinter der Waterfront, die Architektur der Häuser, die Strassenzüge, wie eine Stadtkarte füllte sich mein Kopf mit Puzzleteilen.

Kapstadt. Mother City. Hier bin ich wieder. Ich freue mich darauf, deine Strassen zu erkunden, zu schauen was sich verändert hat. Ich habe keine Angst mehr, ich bin aufgeregt.

Posted by: Juli. | 19. September 2014

Müll! Müll! Müll!

Unglaubliche 500 kg Müll, also eine halbe Tonne produziert jeder EU-Bürger im Durchschnitt pro Jahr. Das das viel zu viel ist, sollte uns spätestens auffallen, wenn wir uns versuchen diese Menge bildlich vorzustellen. Ein sehr schönes Video zum Thema Müll (wieder)verwenden, recyclen und reduzieren – als Aufhänger für die neue “waste-2-energy” EU-Kampagne seht ihr unten. Auch wenn Müllverbrennung zur Energieerzeugung natürlich nicht unser Hauptanliegen sein sollte, denn Müll zu reduzieren hat langfristig gesehen einfach mehr Vorteile.

Posted by: Juli. | 22. July 2014

GEGEN Lebensmittelverschwendung

Das Jahr ist schon zur Hälfte vergangen und erst gestern habe ich erfahren, dass 2014 von der Europäischen Kommission als „Europäisches Jahr gegen Lebensmittelabfälle“ betitelt wurde. 189 kg Lebensmittel werden jährlich pro Kopf in der EU weggeworfen und das soll sich in Zukunft ändern. Bis 2025 soll der Anteil vermeidbarer Lebensmittelabfälle halbiert werden. Dazu zählen größtenteils Nahrungsmittel, die falsch gelagert wurden, nicht bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft wurden oder in unserem Bioabfall landen, weil wir uns beim Einkaufen überschätzt haben. Der größte Anteil (28% ) davon wird leider immer noch in unserem eigenen Haushalt produziert.

Doch es gibt auch einen Großteil an Lebensmitteln der auf dem Müll landet bevor er in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarktes ankommt. Gründe gibt es viele: zu klein, zu krumm, zu groß, zu lang – irgendwie unästhetisch. Nicht das, was der Verbraucher erwartet. Dabei ist der Geschmack doch der selbe. Eine französische Supermarktkette hat jetzt eine tolle Initiative gestartet und die Früchte, die nicht der Norm entsprechen 30% reduzierter verkauft. Siehe da, sie wurden gekauft und zwar nicht gerade wenig. Seht selbst:

Ein Beispiel dem weitaus mehr Supermärkte folgen sollten. Ich hoffe nur die EU setzt bald auf Werbekampagnen die mehr Aufmerksamkeit erregen, bisher mangelt es wohl daran sehr, denn obwohl ich mich generell mit dem Thema viel beschäftige, war mir das „Jahr gegen Lebensmittelabfälle“ bisher unbekannt.

Posted by: Juli. | 6. June 2014

Plastik Ideale

Vor fast genau 2 Jahren habe ich schon einmal über den besten Freund des Menschen berichtet. Nein, ich meine nicht den Hund, sondern die Plastiktüte. Während ich in meinem privaten Umfeld einen deutlichen Rückgang der Nutzung dieses kleinen oder großen meist durchsichtigen Beutelchens bemerkt habe, wird sie von anderen Personen leider immer noch inflationär verwendet. Aus Faulheit oder Mangel an Mülleimerm bzw. Abfallentsorgungs- und Recyclingsystemen fliegen sie nach ihrer Nutzung meist irgendwann wie Drachen durch die Lüfte bis sie in Bäumen hängenbleiben oder sich in Gewässern niederlassen. Ein paar Mal im Jahr geht dann wieder ein Aufruf durch die Medien, das im Mageninhalt von Vögeln oder Fischen Plastik in allen Formen gefunden wurde und wir die Produktion von Plastikmüll stark reduzieren müssen. In den gleichen Berichten hat dann meist auch der Große Pazifikmüllfleck eine Nebenrolle, welcher sich in den letzten zwei Jahren wahrscheinlich noch um einiges ausgeweitet hat. Mittlerweile weiß man auch, dass sich der ganze Müll nicht nur im Pazifik trifft. Es gibt momentan 5 große Areal in den Ozeanen, die stetig wachsen.

Vor zwei Monaten war ich in Indonesien unterwegs und an in einem kleinen Örtchen mit dem Namen „Ende“ habe ich noch ganz andere Ausmaße dieser Katastrophe gesehen. Ende liegt direkt am Meer auf der wunderschönen Insel Flores, fast am Ende der Welt und irgendwie fühlte es sich auch so an, denn viel los war dort nicht. Es gab einen kilometerlangen Strand, der perfekte Einstieg für eine Abkühlung im Meer. Doch es gab einen kleinen Makel. Der komplette Strand war mit Müll übersät: einzelne Flipflops, leere Colaflaschen, Plastiktüten, die Verpackung von den leckeren Krabbenchips, Plastikdeckel,… Einfach alles was man sich so vorstellen kann, war dort in den verschiedensten Stadien des Zerfalls zu finden. Leider nicht nur im Sand, sondern auch im Wasser. Somit war uns die Lust auf eine Abkühlung sehr schnell vergangen. Wir konnten zu unserem Zimmer zurückkehren und dort immerhin eine kalte Dusche mit dem Schöpfbecher nutzen, im Gegensatz zu den meisten Anwohnern. Es gab nicht viele Menschen die zur Mittagszeit am Strand waren, aber dennoch einige die im Wasser spielten und viele die etwas weiter draußen fischten. Wie viel Plastik die Fische in ihren Mägen hatten, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Wir versanken in einer Debatte über Müllvermeidung (bis vor ein paar Jahrzehnten hatten die Indonesier wahrscheinlich noch keine Idee, was man alles in Plastik verpacken kann), Müllentsorgung (jetzt produzieren sie täglich Unmengen an Müll, besitzen aber kaum Abfalleimer geschweige denn Entsorgungsfirmen) und Recycling (…und die Rohstoffe landen einfach im Meer) und ärgerten uns, dass der Müll dort einfach so herumlag. Eine Müllsammelaktion hätte mehrere Tage in Anspruch genommen, und wahrscheinlich hätte der Strand eine Woche später wieder genauso verdreckt ausgesehen. Ein paar Wochen später wandelten wir entlang eines vermeintlich sauberen Sandstrandes auf Bali und mussten feststellen, dass dort der Müll einfach vor Sonnenaufgang in den Sand eingebuddelt wird…

Jeder hat so seine eigene Art mit diesen Problemen umzugehen. Wir können uns entscheiden weniger Plastik in unserem Alltag zu verwenden. Wir können unseren Müll in den richtigen Abfalleimer werfen und somit einen Teil zum Recycling beitragen. Doch was tun mit dem Müll der schon längst am Strand, in unseren Flüssen und Meeren gelandet ist?

Immer häufiger gibt es besonders in größeren Städten Aufräum-Aktionstage an den Flussauen, in Grünanlagen oder am Strand, in dem die Normalbürger zum gemeinsamen Müllsammeln aufgefordert werden. Das funktioniert soweit ganz gut. Bleiben also nur noch diese riesigen Plastikmüllflecken in unseren Ozeanen, weit draußen auf dem Meer, wo wir sie höchstens sehen, wenn wir uns auf dem Weg zu unserem Brasilien-Urlaub befinden. Bei jeder Luxusschiffahrt würden sie doch hoffentlich weitläufig umschifft werden – das stört sonst schließlich das Gesamtbild dieser blauen Ozeane.

Konventionelle Methoden, wie den Müll mit Schiffen oder Netzen einsammeln, werden aufgrund des enormen Kosten- und Zeitaufwands (Wir sprechen hier von weitaus mehr als 100 Jahren!) sowie einer unvorhersehbaren Menge an Beifang und vielen Gigatonnen von produzierten CO2-Emissionen gar nicht in Erwägung gezogen. Also wird das Problem frei nach dem Motto „Was kümmert uns, was wir nicht sehen?!“ einfach ignoriert.

Im Herbst 2012 bin ich durch Zufall auf ein TEDxDelft-Video von einem jungen Niederländer gestoßen, der mit seiner Idee einer sich selbst versorgenden Müllsammelplatform die Ozeane zu reinigen für eine Menge Furore sorgte. Die Kritiker meldeten sich natürlich gleich zu Wort. Boyan Slot zog sich mit ein paar motivierten Wissenschaftlern zurück und jetzt ist er mit seinem Projekt The Ocean Cleanup wieder da. Vor drei Tagen wurden die Ergebnisse seiner 400 Tage dauernden Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Das Endprodukt sieht etwas anders aus als ursprünglich gedacht, aber die Grundidee ist die selbe. Jetzt muss es nur noch durchgeführt werden und dazu kann jeder seinen Beitrag leisten.

Ich bin begeistert, dass es noch Menschen auf diesem Planeten gibt, die Ideen haben, sich zur Wehr setzen und unsere Umwelt nicht ignorieren. Keine Lösung für das Grundproblem (Wir produzieren und verwenden zu viel Plastik!), aber ein erster Schritt für saubere Ozeane.

Posted by: Juli. | 31. May 2014

Tierisch

Wenn ich das Haus verlasse, ist meine Kamera fast immer dabei – eine Kompakte hat eben auch Vorteile. Ich mache gerne Fotos und davon auch gern viele. Oft nehme ich mir vor an einer Fotorallye teilzunehmen, bei dem guten Willen bleibt es dann meistens. Diesen Monat ändert sich das und hier kommt mein Beitrag zur Foto-Challenge von Carolin zum Thema „Tiere“: die besten Tierbilder unserer Borneo-Reise.

 

Tierwelt auf Borneo


Was im Regenwald alles an Käfern und Insekten zu finden war – unglaublich. Da haben wir uns mehr als einmal ein Makroobjektiv gewünscht. Besonders stolz bin ich auf die blaue Schnecke, die ich ganz allein unter einem kleinen Felsvorsprung entdeckt hatte. Nach 4 Wochen auf Achse mit einer Käferliebhaberin, hatte ich mir endlich den Blick für kleine Dinge inmitten des Dschungels erarbeitet. Ich hatte keine Insektenphobie bevor wir diese Reise antraten, habe allerdings auch nie so richtig verstanden, warum andere Menschen Käfer oder andere Fluginsekten hübsch finden. Mittlerweile kann ich das nachvollziehen, denn aus der Nähe betrachtet, sind manche von ihnen wahre Kunstwerke und Naturschönheiten.

 

Vor Beginn der Reise hatten wir wenig Pläne wie genau das Abenteuer aussehen sollte. Stattdessen wollten wir uns von unseren Wünschen leiten lassen. Dazu zählte für mich, neben einer Regenwaldwanderung (am Ende sind es mindestens 3 gewesen), für uns beide auch der Wunsch Orang-Utans zu sehen. Schon in Afrika habe ich gemerkt, wie anders und beeindruckend es ist Tiere in freier Wildbahn statt hinter den Gittern des Zoos zu sehen. Tadaaa! Wir haben die rothaarigen Menschen aus dem Wald gefunden. Es war beeindruckend ihnen zu zuschauen und so viele Ähnlichkeiten in ihrem Verhalten zu entdecken. Ob sie sich menschlich verhalten oder wir tierisch – das bleibt Ansichtssache.

 

Anmerkung: Die vermeintlich klein aussehende Kröte, war übrigens alles andere als klein. Ihr Körper war etwa 20 cm lang – ohne Beine. Ein warziger Koloss.

Posted by: Juli. | 23. May 2014

Mundraub

Momentan bin ich durch meine Arbeit viel draußen unterwegs und erkunde die Sächsische Schweiz. Die letzten beiden Tage habe ich mich besonders intensiv mit Wildkräutern beschäftigt und bin gerade ganz motiviert alles Essbare zu sammeln und daraus etwas Köstliches zu zaubern. Üblicherweise gab es Brennessel-Rührei (wenn man die gräuliche Farbe ignoriert, ist es wirklich super lecker), sowie Kräuterquark und Tee mit allem was wir so am Wiesenrand und im Wald gefunden haben. Gestern haben wir ein bisschen herum experimentiert und Pesto aus Gundermann, Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, Spitzwegerich, Sauerklee und Sauerampfer gemacht, dazu noch ein bisschen Olivenöl und Sonnenblumenkerne – super lecker! Jetzt wo ich mich ein bisschen mehr mit der Wildkräuterkunde auseinander gesetzt habe, ist es so faszinierend wie viel eigentlich essbar ist. Meine Augen entdecken auf einmal überall Wildkräuter und Beeren. Erst gestern habe ich genau vor dem Haus zum ersten Mal den riesigen Holunder wahrgenommen. Es müssen ja nicht unbedingt Wildkräuter sein, die gesammelt werden, es gibt ja auch genügend Früchte, die einfach zu erkennen sind. Neue Standorte für diese Schätze der Natur braucht ihr nicht einmal unbedingt selbst entdecken, auf der großartigen Seite Mundraub.org gibt es eine interaktive Karte mit Standortinformationen von frei zugänglichen Kräutern, Nüssen, Obsträuchern und – bäumen (mittlerweile sogar weltweit). Besonders dicht ist das Netz in Deutschland und Österreich, da findet ihr garantiert etwas in eurer Nähe. Ich werde am Wochenende gleich die Holunderbüsche bei mir um die Ecke ausspähen und mich an Holunderblütengelee versuchen.

Posted by: Juli. | 19. May 2014

Magisch

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Wilhelm und Niko auf Borneo

Dieses Bild muss einfach geteilt werden.


Vor gut drei Monaten habe ich selbst Orang-Utans auf Borneo gesehen und ich erinnere mich noch sehr gut an den Moment als wir ganz oben auf einem Baum einen Orang-Utan beim Nestbau entdeckten. Der Baum wankte und schwankte in alle Richtungen, während immer mehr Äste nach und nach ein Nest bildeten und sich der rothaarige Riese schlafen legte. Wir standen unten in einigen Metern Entfernung ganz still. Nur unsere Blicke verrieten, dass wir unseren eigenen Augen nicht trauten. Der Baum wankte, wir standen starr und doch irgendwie ganz aufgeregt – ein magischer Moment, den man nicht einfach vergisst.


Ich kann mir nur in etwa vorstellen, wie Wilhelm sich fühlte, als das Männchen Niko ganz unverhofft unweit von ihm entfernt saß. Ein einzigartiger Augenblick – kein Wunder, dass er seinen Artikel “Orangutans, the research of my life?” nannte… Hoffentlich wird er noch mehr solch großartiger Momente sammeln, während seiner Arbeit in einem Orang-Utan-Monitoring Projekt auf Borneo. Wenn ihr mehr über seine Arbeit dort, Naturschutz oder andere Reiseabenteuer von Afrika bis Südamerika von meinen Uppsala-Freunden Brenda, Joel & Wilhelm lesen wollt, blättert euch doch einfach mal ein bisschen durch ihren Biotrotter-Blog. Auch ein toller Tipp für wunderschöne Naturfotografien.

Posted by: Juli. | 5. May 2014

Zuckersüß salzig

Kulinarisch haben wir auf unserer Reise so ziemlich alles getestet was uns in die Finger kam. Ganz besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Säfte, manche weil sie so unglaublich gut waren, andere weil es eher eine Qual war sie zu trinken. Tropische Fruchtsäfte werden in den meisten Restaurants aus frisch gepressten oder pürierten Früchten hergestellt. Allerdings nur so lange bis das Glas nicht zur Hälfte mit Zucker aufgefüllt wird. Indonesier mögen es gern süß und diese Leidenschaft findet sich in allen Getränken wieder: vom Instant Kaffee mit integriertem Zuckerzusatz, über zuckersüßen Schwarztee bis hin zu frischgepressten Säften mit Teelöffeln voll Zucker. Bäh. Das zerstört doch komplette die natürlichen Aromen. Man könnte sagen indonesisches Gastfreundschaft lässt sich am Zuckergehalt der Getränke messen. ;) Komisch und ungläubig wurden wir angeschaut, wenn wir nach einem Saft ohne Zucker verlangten. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob sie uns teilweise nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten, und statt keinem Zucker, noch viel mehr drin war. Manchmal haben unsere Indonesisch Kenntnisse jedoch ausgereicht und wir bekamen unser Getränk ohne Zucker, aber das hätte ruhig noch etwas öfter funktionieren können.

Den mit Abstand ekligsten Saft gab es am Flughafen in Bali. Jeder der nicht auf kulinarische Geschmacksirritationen steht, sollte von einem Plum-Ambra-Saft jedoch die Finger lassen. Es war eine Mischung aus grasig grünem Geschmack mit Zucker und gerade wenn man sich an den Geschmack irgendwie gewöhnt hatte, wurde es eklig salzig. Mir hat ein Schluck von diesem Gebräu gereicht, leer ist das Glas nie geworden. Am Boden schwamm etwas undefinierbares braungraues herum, ein bisschen wie eine kleine Walnuss aussehend. Ein paar Wochen später, den Plum-Ambra-Saft schon fast vergessen, tranken wir erneut einen Saft mit sauer-salzigem Abgang. Am Boden wieder dieses undefinierbare Etwas. Die Neugier hatte uns gepackt und beim Bezahlen fragten wir nach was das denn sei. Eine süßsauersalzig eingelegte getrocknete Pflaume! Bäh! Von dem Zeitpunkt an bestellten wir sicherheitshalber immer Säfte ohne Pflaume (auch Asam, sui-boey).

Falls jemand Lust hat das Gebräu zu testen, hier die Anleitung für den Eigenbedarf.

Posted by: Juli. | 25. April 2014

Vergessene Orte

Nachdem wir uns in Borobudur die Füße mit vielen Touristen platt getreten hatten, entdeckten wir in Prambanan (größte hinduistische Tempelanlage) ein ganz stilles Örtchen. Wahrscheinlich lag es am Regen der von Zeit zu Zeit herunter prasselte, dass an diesem Tag nicht so viele Menschen unterwegs waren. Nachdem wir die Haupttempel besichtige hatten, fuhren wir mit einer kleinen Bimmelbahn zur anderen Seite des Parks. Hier wartete eine weitere Tempelruine. Während alle anderen Besucher nach der 5 minütigen Fotopause wieder in die Bahn einstiegen und weiterfuhren, entschlossen wir uns dort zu bleibe und Ruine weiter zu erkunden. Die perfekte Idee, denn außer uns waren dort nur ein paar Bauarbeiter, die mit der Restauration beschäftige waren, aber bald in Mittagspause gingen. Wir hatten die Tempelanlage also ganz für uns allein und gingen auf Entdeckungstour. Schade, dass die Anlage durch Erdbeben großflächiug zerstört wurde und der Wiederaufbau nur langsam erfolgt. Doch irgendwie haben die Ruinen so eine ganz besondere Stimmung. Wunderbar!

Prambanan

Allein zwischen den Ruinen des Sewu Tempel umher wandern (Prambanan).

Auch in Yogyakarta entdeckten wir ein paar vergessene Orte. Zufällig waren wir ausgerechnet am Geburtstag des Sultans in der Stadt. Alles war voller Stände, Menschen und Geräusche, doch in einigen alten Teilen des Sultan Palastes konnten wir den Massen entgehen. Der ehemalige Palastbezirk lässt sich schwer abgrenzen. Wo früher wahrscheinlich große Straßen weitläufig die Gebäude verbunden, sind heute viele Wohnhäuser und kleine verwinkelte Gassen Nur der Sultanspalast (Kraton) ist abgegrenzt, und war natürlich an diesem feierlichen Tag nicht öffentlich zugänglich. Doch im Palastbezirk finden sich immer noch schöne Ruinen mitten in der bunten Stadt, teils von Touristen erobert, teils von Einheimischen als aufregender Ort für Fotoshootings erkannt, in denen man ein bisschen dem Trubel der Großstadt entgehen kann. Einen Besuch waren diese Häuser allemal wert.

Yogya

Über den Dächern und durch die Ruinen des Palastviertels – eine tolle Entdeckungstour.

Posted by: Juli. | 18. April 2014

Fast wie Stars

Yogyakarta ist der perfekte Standort für Tagesausflüge zu Vulkanen oder Tempeln in unmittelbarer Nähe. Den weltgrößten buddhistischen Tempel der Welt zu besichtigen, war eines der wenigen Highlights unserer Reise das von vornherein fest eingeplant war und das nicht erst seitdem ich einen Ausschnitt des Tempels auf dem Cover des letzten Globetrotter-Kataloges gesehen hatte.

Um so früh wie möglich dort zu sein und den Tempel vor dem Hauptstrom an Touristen in Ruhe besichtigen zu können, nahmen wir den ersten Bus gegen 6 Uhr morgens und bestaunten zwei Stunden später den Tempel. Alleine waren wir zu dieser Zeit natürlich auch nicht, aber es war wesentlich leerer als um die Mittagszeit. Als Europäer fielen wir ziemlich schnell auf und schon nach kurzer Zeit wurden wir nach einem ersten Foto gefragt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch der vollen Überzeugung, dass es bei diesem einen Bild bleiben würde. Ein paar Stunden später bildeten sich schon Schlangen von fotowütigen asiatischen Touristen um uns herum. Wenn sich einer erst einmal getraut hatte zu fragen, wollten plötzlich ganz viele andere auch Fotos mit uns. Erst nur Fotos von uns beiden, dann nochmal einzeln, Fotos mit uns allein und zu zweit und natürlich nicht zu vergessen das obligatorische Gruppenbild. Ich möchte nicht wissen, auf wie vielen Facebook-Bildern wir an diesem Tag zu sehen waren… Verflucht seien Smartphones! Als dann die Großfamilie fragte und nach dem Familienportrait auch noch jeder einzeln ein Bild mit uns wollte, wurde es uns dann echt zu bunt und wir nahmen reiß aus. Das mag unhöflich gewesen sein, aber auch wir waren einfach nur Touristen, die gekommen waren um den Tempel zu besichtigen und nicht um stundenlang vor der Kamera fremder Touristen zu posieren.

Blick über einige der 72 Stupas von Borobudur, erbaut im 8. Jahrhundert und UNESCO-Weltkulturerbe - zu recht!

Blick über einige der majestätischen 72 Stupas von Borobudur, erbaut im 8. Jahrhundert. Seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe – zu recht!

 

Posted by: Juli. | 13. April 2014

Bunte Früchte (II)

Ich hatte hier schon einmal über unsere kulinarische Reise durch die tropische Fruchtwelt berichtet, nun folgt der nächste Teil.

Longan (Dragon’s Eye). Kleine etwa Mirabellen große Früche mit hellgelber nicht glänzender glatter Schale, die abgezogen werden muss. Sie sind mit der Litchi verwandt und die Konsistenz war ähnlich, der Geschmack eine Mischung aus süß und sauer, dazu sehr saftig. Lecker.

Papaya. In diesen Breiten teilweise riesig Früchte, mit dunkelgelber Schale (wenn sie reif sind), orangem Fruchtfleisch (mangoähnliche Konsistenz) und vielen tiefschwarzen Kernen. Der Geschmack ist sehr mild, süßlich; für mich schmeckt sie nach nichts, deswegen mag ich sie auch nicht wirklich.

Brotfrucht (Jackfruit). Ebenfalls riesige bis zu 90cm lange Frucht mit grüner unebener Schale (sieht aus als würde sie tausende Huckel/stumpfe Stacheln haben). Sehr schwer aus der Schale zu lösen, deswegen gibt es auch oft nur die einzelnen Fruchtstücke zu kaufen. Diese sind fahl gelb und sehen aus wie riesige Knoblauchzehen. Konsistenz und süßlicher Geschmack sind ähnlich der Schlangenfrucht, jedoch riecht sie nicht so parfümiert. Super lecker als herzhaftes Curry.

Stinkfrucht (Durian). Entweder man liebt sie oder man hasst sie! Ich werde sie auf jeden Fall nie wieder essen. Ich habe nur ein winziges Stück als getrocknete Variante gegessen und das hat mir gereicht. Eine Mischung aus Knoblauch, Zwiebel, und Kot. Ich musste sofort wieder an Surströmming (vergorener Hering) denken. Einmal und nie wieder! Es hat schon seinen Grund, dass diese Frucht in vielen Gebäuden und Transportmitteln verboten ist. Außerdem wurde sie in Kota Kinabalu in einer abgelegen Straße verkauft, weit weg vom restlichen Markt. Wenn man erst einmal den Geruch in der Nase hat, wird man den nicht mehr so schnell los. Kein Wunder, dass viele Leute die nur mit Handschuhen essen.

Alle uns bekannten Zitrusfrüchte (mit Ausnahme der Pomelo) haben mich nicht überzeugt, sie waren meist überhaupt nicht saftig und hatten viele Kerne. :-/

 

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Posted by: Juli. | 12. April 2014

Indonesien (II)

Unsere zweite Reisestation führte uns nach Yogyakarta – das kulturelles Zentrum Javas bekannt für wunderschöne Batikmuster. Eine pulsierende Stadt in der uns noch mehr vor Augen geführt wurde, wie sehr das Leben in Asien auf der Straße stattfindet; nicht im Sinne von Armut – Bettler haben wir eigentlich die ganze Zeit kaum gesehen. Es sind viel mehr Menschen auf den Straßen, was natürlich auch daran liegen könnte, dass die Einwohnerzahlen viel größer sind. Sie essen und trinken dort, fahren herum mit Motorrädern oder beobachten einfach nur das Geschehen auf den Straßen.

 

Zu Hause zu kochen scheint in dieser Kultur nicht sehr verbreitet zu sein. Ob es daran liegt, dass die Küchenausstattung zu Hause nicht optimal ist, dass die Auswahl im Supermarkt ziemlich begrenzt ist (ich hatte immer das Gefühl es gibt nur Getränke, Reis, Toast, Öl und viele Süßigkeiten, Cracker, Chips und Bonbons), dass es super lecker und viel billiger ist, als selbst zu kochen, dass sie einfach gern in Gesellschaft essen oder sich gern bekochen lassen, ich weiß es nicht. Vielleicht ist es eine Mischung aus allem, vielleicht liegt es auch daran, dass viele Haushalte eine Straßenküche besitzen. Das war zumindest mein Gefühl. Es gibt unzählige kleine Essenswagen auf Rädern, ein bisschen wie unsere Gulaschkanonen, oder eine mobile Miniküche hinten auf dem Motorrad. Außerdem größere Küchen mitten am Straßenrand die sich abends in Restaurants mitten auf dem Gehweg verwandeln. Gesessen wird entweder auf Teppichen am Boden mit dem Rücken an die Hauswand gelehnt oder manchmal auch etwas komfortabler auf Biergarnituren oder Plastikstühlen; abhängig von der Breite des Gehweges. Ja, hier gab es sie wieder die Gehwege. Auch wenn sie oft voll gestellt sind mit Essenswagen, Verkaufsständen, Motorrädern zum Verleih oder sonstigem, in Yogyakarta sind wir gerne durch die Straßen gewandelt und wenn wir doch etwas länger unterwegs waren, gab es noch die zahlreichen becaks (Rikschas). Die Straßen waren immer prall gefüllt mit Menschen, zu allen Tages- und Nachtzeiten.

 

Einblicke in die Essenskultur auf den Straßen

Einblicke in die Essenskultur auf den Straßen

Posted by: Juli. | 10. April 2014

Eine Zugfahrt…

…die ist lustig, interessant und entspannend. Wir entflohen der Hektik Jakartas mit dem Zug. Schon der Fahrkartenkauf war ein Erlebnis für sich. Je nachdem in welchen Teil der Insel man fahren wollte, gab es verschiedene Fahrkartenschalter und bevor wir uns an den richtigen Schalter anstellen konnten, mussten wir zunächst ein Formular ausfüllen. Gefragt wurde nach persönlichen Daten, aber auch Informationen zum Start- und Reiseziel, Name des Zuges (die haben dort keine Nummern, sondern Namen), Abfahrts- und Ankunftszeit. Man könnte sagen, wir haben unser Ticket schon einmal selbst geschrieben. Die Dame am Schalter tippte dann alles nur noch in den Computer, sagte uns dass nur noch Tickets für die Eksekutif-Klasse vorhanden sind (wir hatten eigentlich Standard buchen wollen) und druckte unsere Tickets aus. Am nächsten Morgen ging es los. Auf den Bahnsteig kam man nur mit gültigem Ticket und dazugehörigem Pass. Das Abenteuer konnte beginnen.

Der Zug war zwar nicht der modernste, die Eksekutif-Klasse war aber natürlich mit antarktischer Klimaanlage ausgerüstet. Die Sitzbänke konnten sogar um 180° gedreht werden, sodass man mit oder entgegen der Fahrtrichtung fahren konnte. Es gab einen Fernseher vom dem wir die ganze Fahrt über mit Filmen unterhalten wurden und in regelmäßigen Abständen kam das Fahrgastpersonal mit Speisekarten, Snacks und Mittagessen durch den Wagen. Die siebeneinhalb Stunden vergingen wir im Flug, was vor allem an der atemberaubenden Landschaft vor unseren Fenstern lag. Ein wenig ahnten wir was uns die nächsten Wochen erwarten würde: Vulkane am Horizont, Reisfelder wie aus dem Bilderbuch, und drum herum alles grün so weit das Auge reicht.

Posted by: Juli. | 31. March 2014

Kulturschock

Substantiv, (maskulin), (beim unmittelbaren Kontakt mit einer fremden Kultur) schreckhaftes Erleben der Andersartigkeit der durch die fremde Kultur erlebbaren Realität

In Asien ist es nun also endlich passiert: Ich habe meinen ersten Kulturschock erlebt. Was mir in Afrika wahrscheinlich aufgrund meiner grenzenlosen Euphorie verwehrt blieb, hat mich bei unserer Ankunft in Jakarta schon nach ein paar Stunden überwältigt. Ich war begeistert von den lebendigen Straßen in diesem Großstadtdschungel, den unzähligen Shops und Imbissen am Straßenrand, den schillernden Farben der Neonlichter, dem warmen Nieselregen und natürlich dem unverhofften Upgrade in ein wunderschönes Doppelzimmer mit eigenem Bad aufgrund einer Fehlplanung des Hostels. Doch schon am nächsten Morgen änderte sich das Bild. Alles war auf einmal grau. Jakarta schien nur aus hässlichen hohen grauen Häusern zu bestehen. Was hatte ich eigentlich erwartet? Nichts! Aber das hier?! Ein Großstadtdschungel in dem sich unzählige Motorräder wie Ameisen über die vielspurigen Straßen vorbei an Bussen und Autos schlängeln. Ein Großstadtdschungel in dem kein Platz für Fußgängerampeln ist, denn es gibt ja keine Fußgängerwege und wenn, dann nur mit reichlich metertiefen Löchern markiert, die einem bei einem falschen Tritt den direkten Zugang zur Kanalisation ermöglichen. Außerdem gibt es Fußgänger sowieso nicht. Mit Ausnahme von zwei Europäern, die bei 30°C im Schatten zu Fuß zur Touristeninformation wollten und versuchten sich einen Weg durch diesen Dschungel zu schlagen ohne dabei gleich am ersten Tag ihrer Reise ihr Leben zu lassen. Was für eine Schnapsidee?! Die Fußgänger waren wir. Es war heiß, wir tropften vor Schweiß und aus dem europäischen Winter kommend, mussten wir uns erst einmal an die Temperaturerhöhung gewöhnen. Zu Fuß wollten wir gehen, weil es laut Karte (übrigens die miserabelste, die ich je gesehen habe) nur etwa einen Kilometer geradeaus gehen sollte. Von der Touristeninformation erhofften wir uns mehr Tipps für Überlandtransportmöglichkeiten zu bekommen. Natürlich wurden wir enttäuscht, denn nach langem Suchen und Fragen, fanden wir die Touristeninformation zwar endlich, aber die war natürlich geschlossen an einem Samstagnachmittag. Das hätten wir uns auch denken können, aber bei dem Trubel auf den Straßen hätten wir mit dieser Vermutung auch falsch liegen können.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am großen grauen Nationaldenkmal, eine Art Obelisk auf einem großen Platz inmitten eines Parks, bevor wir am Bahnhof direkt unsere Fahrkarten für den nächsten Tag buchten. Raus aus Jakarta, auf nach Yogyakarta.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme, an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme; an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Posted by: Juli. | 31. March 2014

Home.

Nachdem wir nun seit vier Wochen wieder von unserer Reise zurück sind, kann ich mittlerweile sagen, dass ich nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit meinem Geist wieder zurück bin. Es hat doch mehrere Wochen gedauert bis ich mich an meinen neuen alten Tagesrhythmus gewöhnt habe.

Die Hektik im Alltag hat mich in den ersten Tagen sehr aus der Bahn geworfen, ebenso wie das Einkaufen im Supermarkt. Wie oft hatten wir uns während unserer Reise ausgemalt, was wir zu Hause gerne mal wieder essen würden und vor allen Dingen auch selbst kochen wollten. Immer nur Essen zu gehen, ist auf die Dauer sehr langweilig. Doch als ich dort im Supermarkt stand, war ich regelrecht überfordert. Warum gibt es von allen Produkten denn so viele verschiedene Sorten? In Malaysia gab es nur 3 Joghurts zur Auswahl und hier habe ich sogar noch die Wahl zwischen Joghurt, Pudding und Quark… Das Einkaufen wurde regelrecht zur Qual und ich wollte einfach nur irgendetwas essen, hatte aber auf nichts wirklich Appetit.
Der Lärmpegel in der Stadt ist viel geringer. Schon jetzt fehlt mir manchmal der Gesang des Muezzins, den wir fast täglich gehört haben; ebenso wie die „Hello Mister“ Rufe der Einheimischen. Vor ein paar Wochen war es einfach nur nervig, jetzt vermisse ich es so wie die schreienden Minibusfahrer in Südafrika.
Mittlerweile kann ich mir die Fotos der Reise fast ohne ein wehmütiges Gefühl im Hinterkopf anschauen. In den ersten Tagen wollte ich so viel von meinen Erlebnissen berichten und gleichzeitig auch gar nicht daran denken, weil ich am liebsten sofort wieder in die Tiefen des Regenwaldes, die unbekannten Städte und zu den fremden Kulturen zurückgekehrt wäre. Jetzt habe ich mich wieder eingelebt, in der Stadt die sich irgendwie nie verändert, außer dass alle älter und die Häuser leerer werden…

Erste Fotos von der Zeit in Indonesien gibt es hier.

Posted by: Juli. | 30. January 2014

Bunte Früchte (I)

Reisen ist einfach wunderbar! Reisen in Indonesien ist super entspannt und einfach. Reisen in Indonesien in der Regenzeit ist viel besser und trockener als gedacht! Und Reisen im Allgemeinen ist jedes Mal natürlich auch eine kulinarische Safari.

Seitdem wir hier unterwegs sind haben wir so oft es geht versucht unbekannte Früchte zu probieren. Einige bieteten ein atemberaubendes Geschmackserlebnis, andere kaufen wir lieber nicht mehr. Was bisher schon probiert wurde:

Schlangenhautfrucht (Sirsak). Entweder es ist gerade Hochsaison oder aber die Indonesier mögen diese Frucht genauso wenig wie wir, denn die Marktstände sind jedes Mal voll damit. Kleiner als eine Faust und geformt wie ein Wassertropfen, die Schale ist braun und sieht aus wie Schlangenhaut, das innere sieht riesigen Knoblauchzehen ähnlich und die Konsistenz ist etwas mehlig. Die Frucht riecht irgendwie sehr aromatisch nach Parfüm. Genauso schmeckt sie auch, wie Parfüm – einfach super eklig und überhaupt nicht unser Geschmack.

Gelbe Wassermelone. Die haben wir eigentlich nur gekauft, um zu sehen, ob es einen Unterschied zur uns bekannten roten Wassermelone gibt. Geschmacklich unterscheiden sich beide nicht sehr, ich würde behaupten die gelbe schmeckt ein bisschen nach Honig, aber ansonsten hat sie auf eher wenig Geschmack – wie eine Wassermelone halt.

Kokosnuss. Haben wir ganz allein geknackt und war natürlich sehr lecker. Leider mussten wir den Rest des Fruchtfleisches heute entsorgen, da sie schön rosapelzig war. :(

Mangostane. Definitiv eine meiner neuen Lieblingsfrüchte. Sie sieht nicht wirklich spektakulär aus, wie eine dunkelbraune Khaki, nur dass die Schale viel dicker ist. Der Geschmack jedoch ist unglaublich fruchtig, süß und sauer zu gleich und die Konsistenz ähnelt einer Litschi.

Rambutan. Quasi die grosse Schwester der Litschi. Im Prinzip schmeckt sie genauso, nur sie sieht viel cooler aus, wie ein roter Stachelball, nur dass die Stacheln nicht wirklich stachelig sind. Sehr lecker!

Drachenfrucht. Diese bei uns meist von Eisbecherdekorationen bekannte Frucht, schmeckt eigentlich nach nichts. Dennoch mögen wir sie, aber nur weil sie so schön aussieht. Gross wie eine Mango und von aussen Pink, ein bisschen wie Drachenhaut, innen kann sie entweder pink (mit kleinen schwarzen Kernen) oder weiss (mit kleinen schwarzen Kernen sein). Einen geschmacklichen Unterschied haben wir nicht wirklich entdeckt, aber wie gesagt es gibt auch kaum einen Geschmack. Wir werden sie bestimmt nochmal kaufen, weil sie auf Fotos immer so hübsch aussieht.

Tamarillo. Kurz vor meiner Abreise hatte ich diese Frucht das erste Mal in Deutschland gesehen und war neugierig. Geformt wie eine Eiertomate, gefärbt wie ein dunkelroter Schneewittchenapfel und weich wie eine Nektarine, in Scheiben geschnitten sieht sie aus wie eine Tomate, aber in dunkelrot-braun-lila. Der Geschmack ist fabelhaft, irgendwie eine Mischung aus Tomate, Pfirsich und Nektarine – super erfrischend, super lecker, wird auf jeden Fall nochmal gekauft.

Das war es glaube ich erst einmal mit unserer Erkundungstour durch das Reich der Früchte. Mal sehen, was uns in den nächsten Wochen noch alles begegnet. Ich bin gespannt und bereit fuer weitere Geschmacksexplosionen.

Ein ganz normaler Obststand. Bunt, bunt, bunt.
Rambutan (vorne links), Mangostane (vorne rechts), darueber Drachenfruechte.

Posted by: Juli. | 30. January 2014

Indonesien (I)

Seit genau 3 Wochen sind wir jetzt in Indonesien unterwegs und das Land ist so riesig und hat so viele Inseln, dass man gut und gerne noch mindestens 3 Monate hier bleiben könnte. Wir sind angekommen in der Hauptstadt Jakarta und mussten gleich feststellen, dass man zu Fuss nicht weit in Indonesien kommt. Die Stadt ist überhaupt nicht fuer Fußgänger ausgelegt, Fusswege am Strassenrand sind eher eine Seltenheit und wenn sie existieren, kann auch ganz plötzlich mal ein riesiges Loch zur Kanalisation darin klaffen. Wie auch immer, irgendwie haben wir uns einen Weg durch Jakartas Stadtdschungel geschlagen. Trotzdem waren wir sehr froh, die Stadt nach 1,5 Tagen wieder verlassen zu können. Das soll jetzt eigentlich kein ausführlicher Reisebericht werden – der kommt später noch – nur so viel, die erste Woche haben wir die Hauptinsel Java erkundet. Dann ging es mit einem Zwischenstopp in Bali weiter Richtung Osten auf die Insel Flores. Labuan Bajo ist der Ausgangspunkt, um auf die Komodo-Inseln oder zu guten Tauchpunkten zu kommen. Hier waren wir einige Tage gestrandet bevor wir dann eine Woche den Rest der Insel Flores erkundeten. Nun sind wir wieder in Bali, aber nur am Flughafen, denn in ein paar Stunden geht es nach Borneo. Noch mehr Regenwald, jippieh!

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