Verfasst von: Juli. | 20. März 2016

Teil 2: Bergmomente

Schon aus ca. 60 km Entfernung den Sir Lowrys Pass hinunter fahrend, kann man die Umrisse erahnen.  Auf der N2 entlang bahnen wir uns langsam einen Weg näher an die Stadt und mit jedem Kilometer wird sein Umriss stärker. Das fade Blaugrau verwandelt sich langsam in kräftiges Braungrau mit einem kleinen Blauschimmer. Die Fahrt scheint endlos. Sie ist endlos. Minute um Minute vergeht, wir sind noch lange nicht im Stadtzentrum, noch nicht einmal in Kapstadt und doch sehen wir den Tafelberg klar vor uns. Magisch ragt er über der Stadt empor.

Blick von der N2 auf den Tafelberg und Devil's Peak (links)

Ich liebe die Fahrt vom Flughafen in die Stadt hinein. Vorbei an Wellblechhütten und kleinen Betonhäusern mit Solaranlagen auf dem Dach, an heruntergekommenen Autos und streunenden Hunden sowie grasenden Kühen zwischen Autobahn und Zaun bleibt der Blick beim Tafelberg hängen und schweift weiter zum Lions Head bis hin zu der Kette aus vereinzelten Bäumen auf dem Signal Hill. Zumindest wenn der Himmel klar ist und die Gipfel nicht in den Wolken versteckt, so wie bei meiner allerersten Fahrt vom Flughafen in Kapstadts Zentrum. Es war ein kühler grauer windiger Tag. Ich wusste noch nicht was mich in dieser Stadt erwarten würde und dass es mir am Ende so schwer fallen würde loszulassen.

Bei meiner Abreise bin ich froh, dass sich der Tafelberg hinter meinem Rücken versteckt. Ein Blick über die Schulter verrät, dass die Nacht bald kommt. Der Himmel strahlt in verschiedensten Farbtönen von Abendstimmung. Die Bäume auf dem Signal Hill sind nur als Schatten in sanftes orangenes Licht gehüllt, dass auch den Tafelberg umspült. Es ist die Magie dieses Anblicks, die mich gefangen hält.

Der Blick nach vorn auf die Autobahn macht den Abschied leichter. Auf ein baldiges Wiedersehen.

Ich hatte Angst, dass euch diese Stadt (und das Land) vielleicht nicht gefallen würde, wo ich doch nicht einmal selbst in Worte fassen kann, was ich hier so mag. Doch ihr habt mich eines besseren belehrt und meine Faszination geteilt. Wahrscheinlich ist es der Facettenreichtum: verschiedenen Kulturen, architektonische Style, arm und reich, und natürlich das Meer und die Berge so nah beieinander. Denn über allem wacht majestätisch der Tafelberg.

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