Verfasst von: Juli. | 31. März 2014

Kulturschock

Substantiv, (maskulin), (beim unmittelbaren Kontakt mit einer fremden Kultur) schreckhaftes Erleben der Andersartigkeit der durch die fremde Kultur erlebbaren Realität

In Asien ist es nun also endlich passiert: Ich habe meinen ersten Kulturschock erlebt. Was mir in Afrika wahrscheinlich aufgrund meiner grenzenlosen Euphorie verwehrt blieb, hat mich bei unserer Ankunft in Jakarta schon nach ein paar Stunden überwältigt. Ich war begeistert von den lebendigen Straßen in diesem Großstadtdschungel, den unzähligen Shops und Imbissen am Straßenrand, den schillernden Farben der Neonlichter, dem warmen Nieselregen und natürlich dem unverhofften Upgrade in ein wunderschönes Doppelzimmer mit eigenem Bad aufgrund einer Fehlplanung des Hostels. Doch schon am nächsten Morgen änderte sich das Bild. Alles war auf einmal grau. Jakarta schien nur aus hässlichen hohen grauen Häusern zu bestehen. Was hatte ich eigentlich erwartet? Nichts! Aber das hier?! Ein Großstadtdschungel in dem sich unzählige Motorräder wie Ameisen über die vielspurigen Straßen vorbei an Bussen und Autos schlängeln. Ein Großstadtdschungel in dem kein Platz für Fußgängerampeln ist, denn es gibt ja keine Fußgängerwege und wenn, dann nur mit reichlich metertiefen Löchern markiert, die einem bei einem falschen Tritt den direkten Zugang zur Kanalisation ermöglichen. Außerdem gibt es Fußgänger sowieso nicht. Mit Ausnahme von zwei Europäern, die bei 30°C im Schatten zu Fuß zur Touristeninformation wollten und versuchten sich einen Weg durch diesen Dschungel zu schlagen ohne dabei gleich am ersten Tag ihrer Reise ihr Leben zu lassen. Was für eine Schnapsidee?! Die Fußgänger waren wir. Es war heiß, wir tropften vor Schweiß und aus dem europäischen Winter kommend, mussten wir uns erst einmal an die Temperaturerhöhung gewöhnen. Zu Fuß wollten wir gehen, weil es laut Karte (übrigens die miserabelste, die ich je gesehen habe) nur etwa einen Kilometer geradeaus gehen sollte. Von der Touristeninformation erhofften wir uns mehr Tipps für Überlandtransportmöglichkeiten zu bekommen. Natürlich wurden wir enttäuscht, denn nach langem Suchen und Fragen, fanden wir die Touristeninformation zwar endlich, aber die war natürlich geschlossen an einem Samstagnachmittag. Das hätten wir uns auch denken können, aber bei dem Trubel auf den Straßen hätten wir mit dieser Vermutung auch falsch liegen können.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am großen grauen Nationaldenkmal, eine Art Obelisk auf einem großen Platz inmitten eines Parks, bevor wir am Bahnhof direkt unsere Fahrkarten für den nächsten Tag buchten. Raus aus Jakarta, auf nach Yogyakarta.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme, an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme; an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.


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