Verfasst von: Juli. | 13. Dezember 2013

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Hm, hier sollte jetzt eigentlich ein Beitrag zum Abschied aus Uppsala stehen, aber irgendwas ist mir da wohl dazwischen gekommen. Jetzt weiß ich es wieder, die lange Zugfahrt und das schöne Wochenende in Hamburg waren es wohl. Doch auch jetzt nach knapp zwei Wochen zu Hause fühle ich mich immer noch als wäre ich nicht richtig angekommen. Mittlerweile bin ich froh, dass der Schnee erst ein paar Tage nach meiner Abreise kam, sonst wäre es mir sehr schwer gefallen zu gehen. So war es halt irgendwie okay. Umarmungen, tschüss, bis bald und auf Wiedersehen, so als würde ich in spätestens zwei Wochen wieder zurück sein. Doch das bin ich nicht.

Ich liebe umziehen. Ich liebe reisen. Ich liebe Sachen packen meist bis 3 Tage vor Reisebeginn, verabscheue es danach und schiebe es bis auf die letzte Minute hinaus. Ich liebe Neues zu entdecken und mit jedem Umzug, mit jeder Reise wird dieser Drang größer. Kaum irgendwo angekommen, möchte ich auch gleich wieder Neues entdecken. So oft habe ich im letzten Jahr meinen Rucksack gepackt, war in mehrere Male in Nordschweden, in Tallinn, Riga, Wien und Norwegen, auf Gotland, in Kopenhagen und, und, und… da müsste ich jetzt eigentlich schon Packprofi sein. Im Bezug auf das Ausreizen meines Rucksackvolumens bin ich das sicher auch, hinsichtlich der Entscheidungsgeschwindigkeit, welche Sachen denn nun mitgenommen werden sollen, jedoch noch lange nicht.

Die Sachen für meine Rückreise zu packen, fiel mir leicht, denn das Ziel lag vor Augen. Alles muss in die zwei Taschen passen, egal wie, und am Ende hat auch alles gepasst. Das Auspacken hat dann wesentlich länger gedauert und für viele Sachen musst ich neue Plätze finden. Doch auch nach nunmehr fast zwei Wochen fühle ich mich als wäre ich nur mal kurz zu Besuch nach Hause gekommen. Manchmal fühle ich mich heimatlos. Manchmal mag ich das Gefühl und manchmal macht es mir Angst. So viele Städte habe ich nun schon gesehen und meine Zelte auf- und abgebaut – doch wo will ich hin, wo fühle ich mich wohl, wo komme ich an?

Dass es ungewiss ist wann und ob ich meine Uppsala Freunde wiedersehen werde, habe ich noch nicht richtig realisiert. Statt mit Martina beim Kochen zu nervtötender RixFM Musik durch die Küche zu tanzen, kann ich jetzt endlich wieder zu guter Musik herumspringen wann immer ich will, nur leider meist allein. Statt einer nächtlichen Radtour zu den Containern der Supermärkte, lese ich jetzt ein Buch, schaue alte Bill Cosby Show Folgen (einfach zu gut!) oder gehe ins Bett. Besonders Obst und Gemüse sind wieder so günstig, dass ich mir den ganzen Einkaufswagen damit füllen könnte; fast schon erschreckend billig. Statt Mittagessen in der Studenten- oder Mitarbeiterküche im MVM, gibt es jetzt halt Mittag oder Kuchen bei Oma, mit Freunden und endlich wieder einen richtigen Weihnachtsmarkt.

Vielleicht bin ich auch einfach nur noch nicht richtig angekommen, weil ich zwischen Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgesprächen und Freunde treffen schon wieder die nächste Reise plane und ich mit dem Packen längst schon beginnen könnte. Zwei Monate Rucksackreisen auf Indonesien und Malaysia stehen bevor. In dreieinhalb Wochen geht es schon los. Aber danach, da lasse ich mich dann endlich irgendwo zur Ruh und baue mir ein Heim auf…

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