Verfasst von: Juli. | 7. Dezember 2010

Okavango Delta (Tag 128-130)

Nach dem Flug übers Delta, ging es nun hinein und rauf auf das Wasser des Okavango. Uns standen zwei Tage in der Wildnis bevor. Mit Zelten, Regencovern, Matten, Töpfen, Geschirr, Essen und Getränke für die nächsten Tage waren wir beladen und ich hatte so meine Zweifel, wie das alles auf den Truck (inklusive uns) und auf die Boote geladen werden konnte. Aber irgendwie hat alles geklappt. Immer zu zweit fuhren wir mit einem Poler (etwa wie die Leute, die die Boote im Spreewald durch Staken vorantreiben) in einem Mokoro, ein langes schmales aus einem Baumstamm geschnitztes Boot. Manchmal ging es quer durch das Schilf und wir bahnten uns einen neuen Weg, während das Schilf an uns vorbeizog, kühlte und zu gleich kitzelte. Manchmal ging es über Seerosen oder kleine Seen. Doch immer sah es wunderschön aus und glich einem Labyrinth aus Wasserwegen. Ich glaube ich finde nicht mehr die richtigen Worte, um die Schönheit zu beschreiben.

Die fast zwei stündige Fahrt mit den Mokoros verging leider viel zu schnell und die Insel auf der wir unser Camp aufschlagen wollte, war eigentlich auch schon belegt, sodass wir uns mitten im meterhohen Gras ein neues Camp schufen. Die Poler schnitten mit ihren Macheten das Gras kurz und entfernten Äste, damit wir unsere Okavango-Küche einrichten konnten. Ein Lagerfeuer wurde entzündet und eine Latrine gebuddelt. Später ging es im Pool – dem Okanvango – baden. Sehr erfrischend.

Bild des Tages: Fahrt mit dem Mokoros

Nachmittags machten wir eine Wanderung durch den Busch und sahen eine Herde Zebras, einen Elefanten, unzählige Termitenhügel und die Überbleibsel eines Giraffenskeletts, während wir fleißig von Fliegen umschwärmt wurden. Da half auch kein Insektenspray, um dieses lästigen Viecher los zu werden. Abends wurde auf dem Lagerfeuer gekocht und am nächsten Morgen gind es früh raus zum nächsten Bushwalk.

Überraschung des Tages: Spiegeleier im Okavango-Delta. Danke Norman!

Ich war froh, dass es zu regnen begann und wir deshalb nur zwei statt drei Stunden unterwegs waren, denn irgendwie war es etwas langweilig, auch wenn wir Spuren von Hippos, Schädel von Elefanten und Büffel sahen und ich sogar eine Art Feigenfrucht probierte. Norman krönte unser großes Frühstück mit Spiegeleiern, die er über dem Lagerfeuer in der Pfanne machte – verrückt. Den Rest des Tages verbrachten wir entspannt im Gras liegend, im Delta schwimmend oder versuchten das Mokoro-Fahren zu lernen. Spätnachmittags gab es eine weitere Mokoro-Fahrt auf der wir Hippos im Hippo-Pool treffen wollten, aber leider waren keine da. Dafür sahen wir einen Elefanten der sich hinter dem Büschen am Wasser versteckte.

Den letzten Abend im Okavango-Delte feierten wir mit einem riesigen Fest am Lagerfeuer – traditionelle Gesänge und Tänze. Wir hatten ganz schön Schwierigkeiten irgendein deutsches Lied zu finden, bei dem mehr als eine Person den Text kannte. Am Ende lief es auf Kinderlieder wie „Biene Maja“, „Heidi“ und „Bruder Jakob“ – da konnten die Poler sogar die Version in ihrer Stammessprache, sodass es ein wunderbarer Kanon wurde – hinaus.


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