Verfasst von: Juli. | 10. Oktober 2010

Kultur & Kulinarisches (Tag 84)

Endlich ist die Woche zu Ende – ich brauche dringend ein paar Tage frei. Der Nachmittag heute war perfekt für einen Start ins Wochenende. Zuerst ging es mit Cari zu einer einer öffentlichen Prüfung von Antonias Schauspielkurs. Zu zweit oder allein mussten sie ein wahres Ereignis egal ob lokal, global, aktuell oder Jahrzehnte her nur mit ihren Körpern und so wenig wie mögliche Sprache darstellen. Es war wirklich beeindruckend, was man so alles mit Bewegungen erreichen kann. Verarbeitet wurden u.a. das Attentat auf Kennedy, der 11. September 2001, Diamantenjagd in Ruanda, das Minibus-Taxi, dass von einem Zug erfasst wurde und 10 Tote hervor ruf, die Geschichte des Jungen, der vor ein paar Monaten beim Klettern auf dem Tafelberg heruntergefallen und ums Leben gekommen ist und von dem Jungen, der seine Eltern ermordete, weil sie nicht akzeptieren wollten, dass er schwul ist…

Bunt gemischt, aber alles sehr authentisch dargestellt. Ich habe mal wieder festgestellt, dass ich eigentlich viel öfter ins Theater gehen müsste. Naja, vielleicht hat Antonia ja noch andere Prüfungen.

Auf dem Weg nach Hause entdeckten wir dann ganz zufällig gleich bei uns um die Ecke das „Kilimandjaro“ eine Bar mit ostafrikanischer Küche. Kurz entschlossen kehrten wir also ein und entschieden uns nach langem Überlegen für Fisch mit Pap. Als die Kellnerin dann jedoch mit unserem Teller kam, war ich schon etwas erschrocken, denn ich hatte nicht erwartet, dass wir einen richtigen kompletten Fisch bekommen würden. Besteck gab es auch nicht, stattdessen brachte sie eine Schüssel und einen Krug mit warmen Wasser zum Händewaschen. Vorm Fischsezieren habe ich mich also die ganze Exkursionswoche über gedrückt und nun lag da ein Fisch auf meinem Teller, den ich Essen sollte oder wollte? Ja, ich habe es getan und es war soooo lecker. Am Ende knabberten wir jede noch so kleine Gräte ab, um auch ja nichts übrig zu lassen. Pap ist eine Art riesiger Kloß, der aus Maismehlbrei geformt wird und eigentlich nach nichts schmeckt, wie wir feststellen mussten. Für den Geschmack gab es dann dazu Erdnuss-Spinat, Kokosmilch-Bohnen-Stew und Tomatensauce. Alles zusammen war es einfach köstlich und wahrscheinlich die beste Erfahrung, die ich bisher hier mit afrikanischem Essen gemacht habe. Wir haben beschlossen auf jeden Fall nochmal die anderen Gerichte auf der Karte auszuprobieren, da gab es nämlich auch noch Kuhbeine und ich frag mich, ob man dann auch ein ganzes Bein auf dem Teller hat…


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