Verfasst von: Juli. | 22. September 2010

Blackout (Tag 67)

So, für alle die den Global BlueMoon (und somit auch meinen kleinen Plausch) auf Fritz Dienstagabend verpasst haben, ist nicht so schlimm, denn ich werde euch, wenn ich wieder zurück bin auf jeden Fall interessantere Dinge erzählen. Denn das da gestern war verfälscht vom puren Adrenalin in meinen Adern. Dabei war es doch eigentlich nur ein normales Telefongespräch. Okay, nicht wirklich normal, denn die Person an der anderen Leitung ist mir ja eigentlich vollkommen unbekannt und mein Gehirn konnte auch nicht so ganz ausblenden, dass das gerade ins Radio übertragen wird. Irgendwie fühlt und hört sich das als Zuhörer immer ganz anders an.

Es gibt jedenfalls noch viel interessantere Dinge als das Wetter (was ja gestern wirklich miserabel war), die einen Besuch sowie das Studieren und Leben hier wert sind.

Da wären die Berge – natürlich! Dass ich eine unglaublich Affinität zum Wandern und Klettern in den letzten Monaten hier entwickelt habe, sollte dem aufmerksamen Leser ja schon aufgefallen sein. Aber so ein Blick über die Stadt oder das Meer nach einem kraftraubendem Aufstieg ist einfach atemberaubend, dass habe ich selbst in Jena schon festgestellt. Aber hier ist das alles noch eine Nummer größer und gigantischer! Morgen steht – wenn das Wetter gut ist – vielleicht auch schon der nächste Aufstieg auf dem Plan: Lion’s Head!

Da wäre das Meer! Tadaa! Okay, von meinem Haus aus kann ich es nicht sehen, aber es kostet mich nur 30 Minuten MiniBus-Taxi fahren und laufen oder 30 Minuten Zug in die andere Richtung nach Muizenberg und der Ozean liegt zu meinen Füßen. Manchmal riecht die Luft schon so salzig, dass man das Meer riechen kann bevor man es sieht. Und dann diese ganzen lustigen Meeresbewohner, die ich mittlerweile schon kennenlernen durfte. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass in Deutschland ein Wiedersehen in freier Wildbahn geben wird, dafür muss ich bestimmt in irgendein Salzwasseraquarium schauen und selbst dann kann ich ihnen nicht die Hand schütteln.

Da wäre die Menschen! Unglaublich aufgeschlossen und total verschieden. Ein Mix aus so vielen Kulturen, dass ich mir schon gar nicht mehr merken kann, woher die Leute alle kommen, die ich bis jetzt kennengelernt habe. Die Neugier und das Vertrauen, dass die Südafrikaner trotz der hohen Kriminalität immer noch in Fremde haben, ist unbezahlbar.

Da wäre die Uni! Top ausgestattet und mit einem viel besseren Verhältnis zwischen Professoren und Studenten, was wahrscheinlich auch ein bisschen daran liegt, dass alle sich duzen. Keine Professoren, die nach ihrer Vorlesung hektisch den Raum verlassen, weil sie weiter müssen, statt dessen nehmen sie sich viel mehr Zeit, um im Anschluss auch gerne noch ein drittes oder viertes Mal auf die selbe Frage einzugehen. Irgendwie schaffen sie es auch viel besser zum Lesen von Papers zu animieren, wenn ich die Zeit hätte, würde ich viel mehr davon lesen. Und natürlich ist das Bild von der Uni in Verbindung mit Devil’s Peak im Hintergrund einfach unschlagbar.

Da wären die ganzen leckeren Zitrusfrüchte, Guaven und Maracujas…

Ich hoffe, das war überzeugend! 🙂

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Responses

  1. Haha, ja ich hab mich schon gewundert, dass du zum Beispiel diese tolle Landschaft gar nicht erwähnt hast! Aber war schön, dich zu hören 🙂


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