Verfasst von: Juli. | 26. August 2010

Wahlkampf (Tag 41)

Es sind SRC (Students‘ Representative Council entspricht dem Stura) Wahlen an der UCT und alle Leute auf dem Campus spielen verrückt. Irgendwie stelle ich mir einen Wahlkampf in Amerika genau so vor, keine Ahnung warum… Die Werbetrommel wird bis zum Umfallen gerührt und jeder Kandidat versucht um so viele Stimmen wie möglich zu buhlen. Graffiti weisen auf die Wahlen hin und an so ziemlich jeder Wand klebt mindestens ein Wahlplakat. In den Toiletten, den Gängen, den Hörsälen, den Straßen zur Uni… Die Hälfte der 30 Kandidaten posiert darauf mit Boxhandschuhen – bereit für den Kampf, um die begehrten 15 Plätze – und so manch anderer denkt sein Abbild in Form eines Einhorns würde mehr Stimmen bringen. (Mich erinnert das jedoch jedes Mal an Barbie und das ist abschreckend! Nein, ich habe nichts gegen Barbie. Aber Barbie ist nicht real und einer irrealen Person eine Stimme geben… Ich weiß ja nicht, ob das so sinnvoll ist.)

Früh morgens kleben schon an jeder Ecke kleine Werbezettel mit den Kandidatennummern, einige einfach wahllos auf den Treppenstufen, andere bilden Muster oder den Namen des Kandidaten. Im Computerlabor werden plötzlich Wahlkampfreden gehalten. Der Platz vor der Jameson Hall ist voll von Werbezelten der verschiedenen Parteien und es werden ununterbrochen Kandidatenfotos gemacht. Es ist unmöglich in der Mittagspause einfach nur dort zu sitzen ohne nicht mindestens einmal gefragt zu werden, ob man schon wählen war und im Anschluss daran einen kleinen Werbeflyer in die Hand gedrückt zu bekommen. Innerhalb von 15 Minuten hatte ich 5 verschiedene Flyer gesammelt ohne mich von der Stelle bewegen zu müssen. Niemand konnte mir ein wirklich überzeugendes Programm vorstellen, (vielleicht lag das auch nur daran, dass ich nach 4 Wochen Uni hier noch nicht herausgefunden habe wo der Schuh drückt) dafür konnten 2 der Kandidaten jedoch mit einem besonders auffälligem Outfit glänzen. Pinke Perücke und Luftballons überall am Körper! Und solch Kandidaten soll ich meine Stimme geben? Viel besser war noch der „Superman“, der quer über den Campus lief: kleiner, wohlgenährter Junge mit großem bis auf den Boden hängendem gelben Cape auf dem seine Name und seine Listennummer zu lesen war. Ein Bild für die Götter! 🙂 Es scheint als hätten die Kandidaten hier viel mehr Kreativität, zumindest lassen sie sich einiges einfallen, um Stimmen zu bekommen.

Obwohl die Werbetrommeln so eifrig gerührt werden, habe ich mich entschieden nicht zu wählen. Das liegt erstens daran, dass ich wirklich überhaupt keine Ahnung davon habe, was die Hauptziele der einzelnen Parteien bzw. Kandidaten sind, wenn man sie danach fragt, sind die Aussagen auch meist sehr schwammig. Und zweitens ist das Semester schon fast wieder vorbei, bevor der SRC mit seiner Arbeit beginnt. Warum sollte ich also auf etwas Einfluss nehmen, dessen Konsequenzen mich im Endeffekt gar nicht mehr betreffen?

Falls mich bis zum Ende der Woche doch noch jemand überzeugt, kann ich spontan auch immer noch meine Stimme über das Internet abgeben. Einmal mehr hat mich die Einbindung von moderner Technologie hier überrascht…

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