Verfasst von: J. | 29. April 2013

Valborg beginnt mit Kvalborg (Tag 229)

Morgen ist Walpurgisnacht und weil es viel zu langweilig ist nur diesen einen Tag zu feiern, geht es heute schon los. Es ist Kvalborg. Es wirkt ein bisschen, als wäre kaum ein Student zur Uni gegangen. Seit Mittag tummeln sie sich stattdessen in den Parks und auf den Wiesen der Stadt, sorgen für musikalische Beschallungen und Grillen unaufhörlich. Dixi-Klos zieren die Straßenränder weit und breit. Man muss schließlich vorbereitet sein für den Ansturm tausender Feierwilliger. 4000 Studenten-Gastkarten wurden wohl ausgestellt, dazu kommen wahrscheinlich nochmal mindestens ebenso viele Studenten, die sich nur auf Privatparties tummeln werden, und natürlich die 24000 Studenten, die Uppsala sowieso schon hat. Das wird ein Spektakel und Schlaf wird ganz klein geschrieben. Die Parties sind jetzt extra lang und enden nicht alle schon um eins und morgen heißt es früh aufstehen, denn der Zeitplan ist straff: Sektfrühstück, Entenrennen, traditionelles Studentenbootsrennen, Hering zum Mittag, traditionelles Mützen werfen und mit Sekt rumspritzen, Grillen, Lagerfeuer, Konzerte, Tanzen und Spaß haben…

Verfasst von: J. | 28. April 2013

Sonnentag (Tag 228)

Was gibt es schöneres, als einen Sonntag mit einem entspannten Frühstück draußen in der Sonne zu beginnen?! Wenn der Wind jetzt noch genauso verschlafen gewesen wäre wie wir, wäre es sogar angenehm warm gewesen. Aber das wird es dann wahrscheinlich später beim ersten Frisbeespiel des Jahres – draußen bei zweistelligen Plusgraden und Sonnenschein.

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Sonntagsfrühstück mit Rika, Kate und ganz viel Haferbrei – alle anderen haben wohl noch geschlafen…

Verfasst von: J. | 27. April 2013

Frühling schwingt sein blaues Band… (Tag 227)

Endlich breitet sich der Frühling aus. Nach einer Woche Abwesenheit meinerseits, ist der Schnee komplett geschmolzen und das Gras wird langsam grün. Die Sonne scheint wie immer kräftig und kaum haben wir mal zweistellige Plusgrade erreicht, sitzen die Schweden halbnackt unter meinem Fenster und bräunen sich oder laufen in Shorts und Shirts herum. Ja, es ist schön warm in der Sonne, aber nur so lange keine Wind aufkommt und bei 10°C wird selbst meinem Bikini noch kalt.

Die Stadt stimmt sich auf die Walpurgisnacht ein, die hier gleich 3 Tage lang gefeiert wird (Kvalborg, Valborg und Finalborg) und überall finden jetzt schon Vorfestivals statt. Uns hat es natürlich auch in die Sonne gezogen. Auf einem Teil des Uni-Campus der Uppsala Universität werden gerade die Boote für das traditionelle Valborg-Bootsrennen gebaut. Aus Holz und Styropor entstehen dort wahre Kunstwerke, mit denen sich dann jeweils 4 Mutige in die Fluten des Fyris stürzen. Bilder davon gibt es dann nachdem Bootsrennen. Bis jetzt kann ich nur sagen, von Drachen, Pferden und pinken Elchen bis hin zu den Teletubbies und der Akropolis ist alles dabei. Für einen Rahmenprogramm wurde natürlich auch gesorgt. Es gab ein Volleyballturnier, Bierkistenstapeln, eine riesige Badewanne, eine Slackline, Musik und viel Sonne.

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Während die einen entspannen, bauen die anderen fleißig an ihren Booten.

Und jetzt geht es noch zum Konzert von „The Hives“. Ich muss zugeben, dass mir erst vor ein paar Minuten bewusst geworden ist, dass die schwedisch sind… Aber dann wird das hoffentlich eine großartige Party.

Verfasst von: J. | 6. April 2013

Sångboksgasque (Tag 205)

Sångboksgasque, das heißt frei übersetzt so viel wie Liederbuchpartydinner und vereint somit zwei sehr beliebte Aktivitäten: singen und einen „gasque“. Ein Gasque ist unter Studenten eine Tradition und sehr beliebt und man sollte mindestens einen mitgemacht haben, wenn man eine längere Zeit in Schweden verbringt. Es ist meist ein Abendessen mit 2- oder 3-Gänge-Menü in einer Studentennation, das unter einem besonderen Motto steht. Es wird gesungen (zumindest die Hymne der Nation oder Region als Eröffnungslied), es gibt ein paar Reden oder ein Schauspiel, es wird getrunken und im Anschluss natürlich getanzt. Meist wird ein Sitzplan erstellt, sodass man auch gleich neue Leute kennenlernt.

Der Sångboksgasque war nun also dem singen gewidmet und das bedeutete, dass ca. 20-30 Lieder innerhalb von 4 Stunden gesungen wurden, sodass man kaum dazu gekommen ist seine Sitznachbarn näher kennenzulernen. Gegessen wurde natürlich auch noch irgendwo dazwischen – sehr lecker. Natürlich darf nach jedem Song das Anstoßen nicht vergessen werden, dazu prostet man erst seinem Sitznachbarn auf der einen Seite, dann dem auf der anderen Seite und danach der Person gegenüber zu, trinkt einen Schluck und dann nochmal die gleich Prozedur. Auch wenn der Schnaps nur in kleinen Schnapsgläsern serviert wird, sollte er nicht gleich ausgetrunken werden. Immer nur einen Schluck, betrunken wird man bei der Menge der Songs ganz allein. Wahlweise kann natürlich auch mit Bier oder jedem anderen beliebigen Getränk angestoßen werden. Während des Essens hat man dann Zeit seine Sitznachbarn oder andere Freunde in seinem Liederbuch eine kleine Erinnerung an den Abend eintragen zu lassen, welche man sich aber erst selbst am nächsten Tag durchlesen darf. Bei der Fülle an Einträgen in Jonas Buch (mein Kommilitone, der uns zu dem Gasque eingeladen hatte), war es schwer ein bisschen freien Platz zu finden und ich glaube er wird auch eine ganze Weile damit verbracht haben bis er unsere Einträge am nächsten Tag gefunden hat.

Der Abend klang aus mit einer Party zu entspannter Musik, wo natürlich noch mehr gesungen werden konnte. Irgendwie sind die Schweden ziemlich gut im Singen… für uns war es etwas problematisch, da wir die Melodien der meisten Songs nicht kannten, geschweige denn die richtige Aussprache. Ich glaube es klang ziemlich grausam in unserer Ecke. ;)

Verfasst von: J. | 31. März 2013

Osterwanderung (Tag 199)

Leider gibt es keine schwedischen Osterbräuche und auch zum Essen gibt es, dass was es hier an fast jedem Feiertag gibt: Heringssalat, Köttbullar, Kartoffeln. Statt Ostereier werden Federn an Sträuche, Bäume oder Zäune gehangen. Wir nutzen das lange Wochenende und machten eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Norra Lunsen im südlich von Uppsala. Die Sonne hat kräftig geschienen und uns aufgewärmt, doch der Waldboden war noch fast komplett von Schnee bedeckt und die Wege schön vereist. Im Sommer befindet sich dort ein großes Sumpfgebiet, welches nur über Holzbretterwege durchquert werden kann. Doch jetzt war von den Feuchtgebieten noch nicht viel zu sehen. Trotz der Minusgrade haben wir dort übernachtet, allerdings nicht unter freiem Himmel oder in Zelten, sondern in einer Hütte. Diese steht jedem kostenlos für Übernachtungen zur Verfügung und ist ausgestattet mit sechs Betten, zwei Öfen und einer Menge Feuerholz. Es ist immer wieder erstaunlich, wie solche Dinge in Schweden funktionieren. Die Hütte war weder dreckig, noch von Obdachlosen eingenommen, nicht mit Graffitis beschmiert oder in irgendeiner Form demoliert und es gab sogar Geschirr und Besteck. Schweden: ein Land voller Vertrauen.

Lunsentorpet - "unsere" Hütte

Lunsentorpet – “unsere” Hütte

Verfasst von: J. | 20. März 2013

Kunst oder kann das weg? (Tag 187)

Die Essenz meiner Masterarbeit: lustige, bunte, schwimmende Plastikkammern. Das wird ein Spaß!

Die Essenz meiner Masterarbeit: lustige, bunte, schwimmende Plastikkammern. Das wird ein Spaß!

Verfasst von: J. | 18. März 2013

Nordlichter! (Tag 185)

Den Abend des 17.März 2013 wird wohl niemand hier so schnell vergessen. Es war der Abend an dem Unglaubliches wahr wurde. Wir konnten Nordlichter in Uppsala sehen!!! Eine starke Sonnenaktivität zwei Tage zuvor hat uns dieses wunderbares Ereignis beschert. Während die einen das Ereignis verschliefen, die meisten Schweden es einfach uninteressiert ignorierten (obwohl sie meist selbst noch nie Nordlichter gesehen haben), standen wir total euphoriert am Flurfenster und haben das Leuchten über den Häusern beobachtet. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie grün es außerhalb der Stadt war, wenn es schon in mitten in der Stadt so hell war. Einfach Wahnsinn und schön, dass ich dieses Schauspiel jetzt schon zweimal erleben durfte.

Direkt vor unserer Haustür

Direkt vor unserer Haustür

Von Flogsta aus: Nordlichter und der Komet

Von Flogsta aus: Nordlichter und der Komet

Etwas außerhalb von Uppsala. Matthias hat geahnt, dass in dieser Nacht etwas großartiges passiert.

Etwas außerhalb von Uppsala. Matthias hat geahnt, dass in dieser Nacht etwas Großartiges passiert.

Verfasst von: J. | 16. März 2013

Immer noch Winter (Tag 184)

A – B – C! Die Katze lief im Schnee… Genau Schnee, Schnee, Schnee! Ein perfekter Winter, denn es ist immer noch kalt und weiß, auch wenn die Sonne die weißen Bäume mittlerweile schon lange ab getaut hat. Es ist Mitte März und so langsam möchten selbst die Schweden, dass der Winter endet. Mir gefällt es immer noch ganz gut. Jeden Tag Sonnenschein, der die tiefen Minusgrade schnell wieder vergessen lässt und zum Rausgehen einlädt. So verbringe ich meine Freizeit größtenteils mit Eislaufen, Radfahren oder Spaziergängen über den See. Auch wenn das Eis komische Geräusche von sich gibt und schon so einige Risse aufweist, ist es immer noch mindestens 30 cm dick und das wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben. Bei dem ganzen Sonnenschein vergessen wir dann meist die Zeit, sodass die Sonne hervorragend tief für kreative Fotos steht.

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Verfasst von: J. | 5. März 2013

Die Eroberung Uppsalas (Tag 172)

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Verfasst von: J. | 5. März 2013

Junibacken (Tag 171)

Wenn man an Schweden denkt, was hat man dann in seinem Kopf? Vielleicht weite Landschaften und Seen, IKEA, Midsommar, aber ganz sicher auch Pippi Langstrumpf und Astrid Lindgren. Und wie das immer so ist, wenn es jemanden gibt, der das Land und die ganze Welt so sehr mit toller Literatur bereichert hat, gibt es natürlich in Schweden viele Museen, die sich um Astrid Lindgrens Geschichten drehen. In Stockholm heißt es Junibacken und ist im Prinzip ein riesiger Kinderspielplatz, weswegen die meisten der Besucher dort auch nicht älter als 6 waren. Verschiedenste Schauplätze aus Astrid Lindgrens Geschichten und auch aus Geschichten andere schwedischer Schriftsteller sind dort dargestellt. Auch wir konnten uns dort ein bisschen austoben und haben die Villa Kunterbunt genauestens inspiziert.

Junibacken

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