Verfasst von: Juli. | 19. September 2014

Müll! Müll! Müll!

Unglaubliche 500 kg Müll, also eine halbe Tonne produziert jeder EU-Bürger im Durchschnitt pro Jahr. Das das viel zu viel ist, sollte uns spätestens auffallen, wenn wir uns versuchen diese Menge bildlich vorzustellen. Ein sehr schönes Video zum Thema Müll (wieder)verwenden, recyclen und reduzieren – als Aufhänger für die neue “waste-2-energy” EU-Kampagne seht ihr unten. Auch wenn Müllverbrennung zur Energieerzeugung natürlich nicht unser Hauptanliegen sein sollte, denn Müll zu reduzieren hat langfristig gesehen einfach mehr Vorteile.

Verfasst von: Juli. | 22. Juli 2014

GEGEN Lebensmittelverschwendung

Das Jahr ist schon zur Hälfte vergangen und erst gestern habe ich erfahren, dass 2014 von der Europäischen Kommission als „Europäisches Jahr gegen Lebensmittelabfälle“ betitelt wurde. 189 kg Lebensmittel werden jährlich pro Kopf in der EU weggeworfen und das soll sich in Zukunft ändern. Bis 2025 soll der Anteil vermeidbarer Lebensmittelabfälle halbiert werden. Dazu zählen größtenteils Nahrungsmittel, die falsch gelagert wurden, nicht bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft wurden oder in unserem Bioabfall landen, weil wir uns beim Einkaufen überschätzt haben. Der größte Anteil (28% ) davon wird leider immer noch in unserem eigenen Haushalt produziert.

Doch es gibt auch einen Großteil an Lebensmitteln der auf dem Müll landet bevor er in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarktes ankommt. Gründe gibt es viele: zu klein, zu krumm, zu groß, zu lang – irgendwie unästhetisch. Nicht das, was der Verbraucher erwartet. Dabei ist der Geschmack doch der selbe. Eine französische Supermarktkette hat jetzt eine tolle Initiative gestartet und die Früchte, die nicht der Norm entsprechen 30% reduzierter verkauft. Siehe da, sie wurden gekauft und zwar nicht gerade wenig. Seht selbst:

Ein Beispiel dem weitaus mehr Supermärkte folgen sollten. Ich hoffe nur die EU setzt bald auf Werbekampagnen die mehr Aufmerksamkeit erregen, bisher mangelt es wohl daran sehr, denn obwohl ich mich generell mit dem Thema viel beschäftige, war mir das „Jahr gegen Lebensmittelabfälle“ bisher unbekannt.

Verfasst von: Juli. | 6. Juni 2014

Plastik Ideale

Vor fast genau 2 Jahren habe ich schon einmal über den besten Freund des Menschen berichtet. Nein, ich meine nicht den Hund, sondern die Plastiktüte. Während ich in meinem privaten Umfeld einen deutlichen Rückgang der Nutzung dieses kleinen oder großen meist durchsichtigen Beutelchens bemerkt habe, wird sie von anderen Personen leider immer noch inflationär verwendet. Aus Faulheit oder Mangel an Mülleimerm bzw. Abfallentsorgungs- und Recyclingsystemen fliegen sie nach ihrer Nutzung meist irgendwann wie Drachen durch die Lüfte bis sie in Bäumen hängenbleiben oder sich in Gewässern niederlassen. Ein paar Mal im Jahr geht dann wieder ein Aufruf durch die Medien, das im Mageninhalt von Vögeln oder Fischen Plastik in allen Formen gefunden wurde und wir die Produktion von Plastikmüll stark reduzieren müssen. In den gleichen Berichten hat dann meist auch der Große Pazifikmüllfleck eine Nebenrolle, welcher sich in den letzten zwei Jahren wahrscheinlich noch um einiges ausgeweitet hat. Mittlerweile weiß man auch, dass sich der ganze Müll nicht nur im Pazifik trifft. Es gibt momentan 5 große Areal in den Ozeanen, die stetig wachsen.

Vor zwei Monaten war ich in Indonesien unterwegs und an in einem kleinen Örtchen mit dem Namen „Ende“ habe ich noch ganz andere Ausmaße dieser Katastrophe gesehen. Ende liegt direkt am Meer auf der wunderschönen Insel Flores, fast am Ende der Welt und irgendwie fühlte es sich auch so an, denn viel los war dort nicht. Es gab einen kilometerlangen Strand, der perfekte Einstieg für eine Abkühlung im Meer. Doch es gab einen kleinen Makel. Der komplette Strand war mit Müll übersät: einzelne Flipflops, leere Colaflaschen, Plastiktüten, die Verpackung von den leckeren Krabbenchips, Plastikdeckel,… Einfach alles was man sich so vorstellen kann, war dort in den verschiedensten Stadien des Zerfalls zu finden. Leider nicht nur im Sand, sondern auch im Wasser. Somit war uns die Lust auf eine Abkühlung sehr schnell vergangen. Wir konnten zu unserem Zimmer zurückkehren und dort immerhin eine kalte Dusche mit dem Schöpfbecher nutzen, im Gegensatz zu den meisten Anwohnern. Es gab nicht viele Menschen die zur Mittagszeit am Strand waren, aber dennoch einige die im Wasser spielten und viele die etwas weiter draußen fischten. Wie viel Plastik die Fische in ihren Mägen hatten, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Wir versanken in einer Debatte über Müllvermeidung (bis vor ein paar Jahrzehnten hatten die Indonesier wahrscheinlich noch keine Idee, was man alles in Plastik verpacken kann), Müllentsorgung (jetzt produzieren sie täglich Unmengen an Müll, besitzen aber kaum Abfalleimer geschweige denn Entsorgungsfirmen) und Recycling (…und die Rohstoffe landen einfach im Meer) und ärgerten uns, dass der Müll dort einfach so herumlag. Eine Müllsammelaktion hätte mehrere Tage in Anspruch genommen, und wahrscheinlich hätte der Strand eine Woche später wieder genauso verdreckt ausgesehen. Ein paar Wochen später wandelten wir entlang eines vermeintlich sauberen Sandstrandes auf Bali und mussten feststellen, dass dort der Müll einfach vor Sonnenaufgang in den Sand eingebuddelt wird…

Jeder hat so seine eigene Art mit diesen Problemen umzugehen. Wir können uns entscheiden weniger Plastik in unserem Alltag zu verwenden. Wir können unseren Müll in den richtigen Abfalleimer werfen und somit einen Teil zum Recycling beitragen. Doch was tun mit dem Müll der schon längst am Strand, in unseren Flüssen und Meeren gelandet ist?

Immer häufiger gibt es besonders in größeren Städten Aufräum-Aktionstage an den Flussauen, in Grünanlagen oder am Strand, in dem die Normalbürger zum gemeinsamen Müllsammeln aufgefordert werden. Das funktioniert soweit ganz gut. Bleiben also nur noch diese riesigen Plastikmüllflecken in unseren Ozeanen, weit draußen auf dem Meer, wo wir sie höchstens sehen, wenn wir uns auf dem Weg zu unserem Brasilien-Urlaub befinden. Bei jeder Luxusschiffahrt würden sie doch hoffentlich weitläufig umschifft werden – das stört sonst schließlich das Gesamtbild dieser blauen Ozeane.

Konventionelle Methoden, wie den Müll mit Schiffen oder Netzen einsammeln, werden aufgrund des enormen Kosten- und Zeitaufwands (Wir sprechen hier von weitaus mehr als 100 Jahren!) sowie einer unvorhersehbaren Menge an Beifang und vielen Gigatonnen von produzierten CO2-Emissionen gar nicht in Erwägung gezogen. Also wird das Problem frei nach dem Motto „Was kümmert uns, was wir nicht sehen?!“ einfach ignoriert.

Im Herbst 2012 bin ich durch Zufall auf ein TEDxDelft-Video von einem jungen Niederländer gestoßen, der mit seiner Idee einer sich selbst versorgenden Müllsammelplatform die Ozeane zu reinigen für eine Menge Furore sorgte. Die Kritiker meldeten sich natürlich gleich zu Wort. Boyan Slot zog sich mit ein paar motivierten Wissenschaftlern zurück und jetzt ist er mit seinem Projekt The Ocean Cleanup wieder da. Vor drei Tagen wurden die Ergebnisse seiner 400 Tage dauernden Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Das Endprodukt sieht etwas anders aus als ursprünglich gedacht, aber die Grundidee ist die selbe. Jetzt muss es nur noch durchgeführt werden und dazu kann jeder seinen Beitrag leisten.

Ich bin begeistert, dass es noch Menschen auf diesem Planeten gibt, die Ideen haben, sich zur Wehr setzen und unsere Umwelt nicht ignorieren. Keine Lösung für das Grundproblem (Wir produzieren und verwenden zu viel Plastik!), aber ein erster Schritt für saubere Ozeane.

Verfasst von: Juli. | 31. Mai 2014

Tierisch

Wenn ich das Haus verlasse, ist meine Kamera fast immer dabei – eine Kompakte hat eben auch Vorteile. Ich mache gerne Fotos und davon auch gern viele. Oft nehme ich mir vor an einer Fotorallye teilzunehmen, bei dem guten Willen bleibt es dann meistens. Diesen Monat ändert sich das und hier kommt mein Beitrag zur Foto-Challenge von Carolin zum Thema „Tiere“: die besten Tierbilder unserer Borneo-Reise.

 

Tierwelt auf Borneo


Was im Regenwald alles an Käfern und Insekten zu finden war – unglaublich. Da haben wir uns mehr als einmal ein Makroobjektiv gewünscht. Besonders stolz bin ich auf die blaue Schnecke, die ich ganz allein unter einem kleinen Felsvorsprung entdeckt hatte. Nach 4 Wochen auf Achse mit einer Käferliebhaberin, hatte ich mir endlich den Blick für kleine Dinge inmitten des Dschungels erarbeitet. Ich hatte keine Insektenphobie bevor wir diese Reise antraten, habe allerdings auch nie so richtig verstanden, warum andere Menschen Käfer oder andere Fluginsekten hübsch finden. Mittlerweile kann ich das nachvollziehen, denn aus der Nähe betrachtet, sind manche von ihnen wahre Kunstwerke und Naturschönheiten.

 

Vor Beginn der Reise hatten wir wenig Pläne wie genau das Abenteuer aussehen sollte. Stattdessen wollten wir uns von unseren Wünschen leiten lassen. Dazu zählte für mich, neben einer Regenwaldwanderung (am Ende sind es mindestens 3 gewesen), für uns beide auch der Wunsch Orang-Utans zu sehen. Schon in Afrika habe ich gemerkt, wie anders und beeindruckend es ist Tiere in freier Wildbahn statt hinter den Gittern des Zoos zu sehen. Tadaaa! Wir haben die rothaarigen Menschen aus dem Wald gefunden. Es war beeindruckend ihnen zu zuschauen und so viele Ähnlichkeiten in ihrem Verhalten zu entdecken. Ob sie sich menschlich verhalten oder wir tierisch – das bleibt Ansichtssache.

 

Anmerkung: Die vermeintlich klein aussehende Kröte, war übrigens alles andere als klein. Ihr Körper war etwa 20 cm lang – ohne Beine. Ein warziger Koloss.

Verfasst von: Juli. | 23. Mai 2014

Mundraub

Momentan bin ich durch meine Arbeit viel draußen unterwegs und erkunde die Sächsische Schweiz. Die letzten beiden Tage habe ich mich besonders intensiv mit Wildkräutern beschäftigt und bin gerade ganz motiviert alles Essbare zu sammeln und daraus etwas Köstliches zu zaubern. Üblicherweise gab es Brennessel-Rührei (wenn man die gräuliche Farbe ignoriert, ist es wirklich super lecker), sowie Kräuterquark und Tee mit allem was wir so am Wiesenrand und im Wald gefunden haben. Gestern haben wir ein bisschen herum experimentiert und Pesto aus Gundermann, Brennnessel, Löwenzahn, Giersch, Spitzwegerich, Sauerklee und Sauerampfer gemacht, dazu noch ein bisschen Olivenöl und Sonnenblumenkerne – super lecker! Jetzt wo ich mich ein bisschen mehr mit der Wildkräuterkunde auseinander gesetzt habe, ist es so faszinierend wie viel eigentlich essbar ist. Meine Augen entdecken auf einmal überall Wildkräuter und Beeren. Erst gestern habe ich genau vor dem Haus zum ersten Mal den riesigen Holunder wahrgenommen. Es müssen ja nicht unbedingt Wildkräuter sein, die gesammelt werden, es gibt ja auch genügend Früchte, die einfach zu erkennen sind. Neue Standorte für diese Schätze der Natur braucht ihr nicht einmal unbedingt selbst entdecken, auf der großartigen Seite Mundraub.org gibt es eine interaktive Karte mit Standortinformationen von frei zugänglichen Kräutern, Nüssen, Obsträuchern und – bäumen (mittlerweile sogar weltweit). Besonders dicht ist das Netz in Deutschland und Österreich, da findet ihr garantiert etwas in eurer Nähe. Ich werde am Wochenende gleich die Holunderbüsche bei mir um die Ecke ausspähen und mich an Holunderblütengelee versuchen.

Verfasst von: Juli. | 19. Mai 2014

Magisch

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Wilhelm und Niko auf Borneo

Dieses Bild muss einfach geteilt werden.


Vor gut drei Monaten habe ich selbst Orang-Utans auf Borneo gesehen und ich erinnere mich noch sehr gut an den Moment als wir ganz oben auf einem Baum einen Orang-Utan beim Nestbau entdeckten. Der Baum wankte und schwankte in alle Richtungen, während immer mehr Äste nach und nach ein Nest bildeten und sich der rothaarige Riese schlafen legte. Wir standen unten in einigen Metern Entfernung ganz still. Nur unsere Blicke verrieten, dass wir unseren eigenen Augen nicht trauten. Der Baum wankte, wir standen starr und doch irgendwie ganz aufgeregt – ein magischer Moment, den man nicht einfach vergisst.


Ich kann mir nur in etwa vorstellen, wie Wilhelm sich fühlte, als das Männchen Niko ganz unverhofft unweit von ihm entfernt saß. Ein einzigartiger Augenblick – kein Wunder, dass er seinen Artikel “Orangutans, the research of my life?” nannte… Hoffentlich wird er noch mehr solch großartiger Momente sammeln, während seiner Arbeit in einem Orang-Utan-Monitoring Projekt auf Borneo. Wenn ihr mehr über seine Arbeit dort, Naturschutz oder andere Reiseabenteuer von Afrika bis Südamerika von meinen Uppsala-Freunden Brenda, Joel & Wilhelm lesen wollt, blättert euch doch einfach mal ein bisschen durch ihren Biotrotter-Blog. Auch ein toller Tipp für wunderschöne Naturfotografien.

Verfasst von: Juli. | 5. Mai 2014

Zuckersüß salzig

Kulinarisch haben wir auf unserer Reise so ziemlich alles getestet was uns in die Finger kam. Ganz besonders in Erinnerung geblieben sind uns die Säfte, manche weil sie so unglaublich gut waren, andere weil es eher eine Qual war sie zu trinken. Tropische Fruchtsäfte werden in den meisten Restaurants aus frisch gepressten oder pürierten Früchten hergestellt. Allerdings nur so lange bis das Glas nicht zur Hälfte mit Zucker aufgefüllt wird. Indonesier mögen es gern süß und diese Leidenschaft findet sich in allen Getränken wieder: vom Instant Kaffee mit integriertem Zuckerzusatz, über zuckersüßen Schwarztee bis hin zu frischgepressten Säften mit Teelöffeln voll Zucker. Bäh. Das zerstört doch komplette die natürlichen Aromen. Man könnte sagen indonesisches Gastfreundschaft lässt sich am Zuckergehalt der Getränke messen. ;) Komisch und ungläubig wurden wir angeschaut, wenn wir nach einem Saft ohne Zucker verlangten. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob sie uns teilweise nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten, und statt keinem Zucker, noch viel mehr drin war. Manchmal haben unsere Indonesisch Kenntnisse jedoch ausgereicht und wir bekamen unser Getränk ohne Zucker, aber das hätte ruhig noch etwas öfter funktionieren können.

Den mit Abstand ekligsten Saft gab es am Flughafen in Bali. Jeder der nicht auf kulinarische Geschmacksirritationen steht, sollte von einem Plum-Ambra-Saft jedoch die Finger lassen. Es war eine Mischung aus grasig grünem Geschmack mit Zucker und gerade wenn man sich an den Geschmack irgendwie gewöhnt hatte, wurde es eklig salzig. Mir hat ein Schluck von diesem Gebräu gereicht, leer ist das Glas nie geworden. Am Boden schwamm etwas undefinierbares braungraues herum, ein bisschen wie eine kleine Walnuss aussehend. Ein paar Wochen später, den Plum-Ambra-Saft schon fast vergessen, tranken wir erneut einen Saft mit sauer-salzigem Abgang. Am Boden wieder dieses undefinierbare Etwas. Die Neugier hatte uns gepackt und beim Bezahlen fragten wir nach was das denn sei. Eine süßsauersalzig eingelegte getrocknete Pflaume! Bäh! Von dem Zeitpunkt an bestellten wir sicherheitshalber immer Säfte ohne Pflaume (auch Asam, sui-boey).

Falls jemand Lust hat das Gebräu zu testen, hier die Anleitung für den Eigenbedarf.

Verfasst von: Juli. | 25. April 2014

Vergessene Orte

Nachdem wir uns in Borobudur die Füße mit vielen Touristen platt getreten hatten, entdeckten wir in Prambanan (größte hinduistische Tempelanlage) ein ganz stilles Örtchen. Wahrscheinlich lag es am Regen der von Zeit zu Zeit herunter prasselte, dass an diesem Tag nicht so viele Menschen unterwegs waren. Nachdem wir die Haupttempel besichtige hatten, fuhren wir mit einer kleinen Bimmelbahn zur anderen Seite des Parks. Hier wartete eine weitere Tempelruine. Während alle anderen Besucher nach der 5 minütigen Fotopause wieder in die Bahn einstiegen und weiterfuhren, entschlossen wir uns dort zu bleibe und Ruine weiter zu erkunden. Die perfekte Idee, denn außer uns waren dort nur ein paar Bauarbeiter, die mit der Restauration beschäftige waren, aber bald in Mittagspause gingen. Wir hatten die Tempelanlage also ganz für uns allein und gingen auf Entdeckungstour. Schade, dass die Anlage durch Erdbeben großflächiug zerstört wurde und der Wiederaufbau nur langsam erfolgt. Doch irgendwie haben die Ruinen so eine ganz besondere Stimmung. Wunderbar!

Prambanan

Allein zwischen den Ruinen des Sewu Tempel umher wandern (Prambanan).

Auch in Yogyakarta entdeckten wir ein paar vergessene Orte. Zufällig waren wir ausgerechnet am Geburtstag des Sultans in der Stadt. Alles war voller Stände, Menschen und Geräusche, doch in einigen alten Teilen des Sultan Palastes konnten wir den Massen entgehen. Der ehemalige Palastbezirk lässt sich schwer abgrenzen. Wo früher wahrscheinlich große Straßen weitläufig die Gebäude verbunden, sind heute viele Wohnhäuser und kleine verwinkelte Gassen Nur der Sultanspalast (Kraton) ist abgegrenzt, und war natürlich an diesem feierlichen Tag nicht öffentlich zugänglich. Doch im Palastbezirk finden sich immer noch schöne Ruinen mitten in der bunten Stadt, teils von Touristen erobert, teils von Einheimischen als aufregender Ort für Fotoshootings erkannt, in denen man ein bisschen dem Trubel der Großstadt entgehen kann. Einen Besuch waren diese Häuser allemal wert.

Yogya

Über den Dächern und durch die Ruinen des Palastviertels – eine tolle Entdeckungstour.

Verfasst von: Juli. | 18. April 2014

Fast wie Stars

Yogyakarta ist der perfekte Standort für Tagesausflüge zu Vulkanen oder Tempeln in unmittelbarer Nähe. Den weltgrößten buddhistischen Tempel der Welt zu besichtigen, war eines der wenigen Highlights unserer Reise das von vornherein fest eingeplant war und das nicht erst seitdem ich einen Ausschnitt des Tempels auf dem Cover des letzten Globetrotter-Kataloges gesehen hatte.

Um so früh wie möglich dort zu sein und den Tempel vor dem Hauptstrom an Touristen in Ruhe besichtigen zu können, nahmen wir den ersten Bus gegen 6 Uhr morgens und bestaunten zwei Stunden später den Tempel. Alleine waren wir zu dieser Zeit natürlich auch nicht, aber es war wesentlich leerer als um die Mittagszeit. Als Europäer fielen wir ziemlich schnell auf und schon nach kurzer Zeit wurden wir nach einem ersten Foto gefragt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch der vollen Überzeugung, dass es bei diesem einen Bild bleiben würde. Ein paar Stunden später bildeten sich schon Schlangen von fotowütigen asiatischen Touristen um uns herum. Wenn sich einer erst einmal getraut hatte zu fragen, wollten plötzlich ganz viele andere auch Fotos mit uns. Erst nur Fotos von uns beiden, dann nochmal einzeln, Fotos mit uns allein und zu zweit und natürlich nicht zu vergessen das obligatorische Gruppenbild. Ich möchte nicht wissen, auf wie vielen Facebook-Bildern wir an diesem Tag zu sehen waren… Verflucht seien Smartphones! Als dann die Großfamilie fragte und nach dem Familienportrait auch noch jeder einzeln ein Bild mit uns wollte, wurde es uns dann echt zu bunt und wir nahmen reiß aus. Das mag unhöflich gewesen sein, aber auch wir waren einfach nur Touristen, die gekommen waren um den Tempel zu besichtigen und nicht um stundenlang vor der Kamera fremder Touristen zu posieren.

Blick über einige der 72 Stupas von Borobudur, erbaut im 8. Jahrhundert und UNESCO-Weltkulturerbe - zu recht!

Blick über einige der majestätischen 72 Stupas von Borobudur, erbaut im 8. Jahrhundert. Seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe – zu recht!

 

Verfasst von: Juli. | 13. April 2014

Bunte Früchte (II)

Ich hatte hier schon einmal über unsere kulinarische Reise durch die tropische Fruchtwelt berichtet, nun folgt der nächste Teil.

Longan (Dragon’s Eye). Kleine etwa Mirabellen große Früche mit hellgelber nicht glänzender glatter Schale, die abgezogen werden muss. Sie sind mit der Litchi verwandt und die Konsistenz war ähnlich, der Geschmack eine Mischung aus süß und sauer, dazu sehr saftig. Lecker.

Papaya. In diesen Breiten teilweise riesig Früchte, mit dunkelgelber Schale (wenn sie reif sind), orangem Fruchtfleisch (mangoähnliche Konsistenz) und vielen tiefschwarzen Kernen. Der Geschmack ist sehr mild, süßlich; für mich schmeckt sie nach nichts, deswegen mag ich sie auch nicht wirklich.

Brotfrucht (Jackfruit). Ebenfalls riesige bis zu 90cm lange Frucht mit grüner unebener Schale (sieht aus als würde sie tausende Huckel/stumpfe Stacheln haben). Sehr schwer aus der Schale zu lösen, deswegen gibt es auch oft nur die einzelnen Fruchtstücke zu kaufen. Diese sind fahl gelb und sehen aus wie riesige Knoblauchzehen. Konsistenz und süßlicher Geschmack sind ähnlich der Schlangenfrucht, jedoch riecht sie nicht so parfümiert. Super lecker als herzhaftes Curry.

Stinkfrucht (Durian). Entweder man liebt sie oder man hasst sie! Ich werde sie auf jeden Fall nie wieder essen. Ich habe nur ein winziges Stück als getrocknete Variante gegessen und das hat mir gereicht. Eine Mischung aus Knoblauch, Zwiebel, und Kot. Ich musste sofort wieder an Surströmming (vergorener Hering) denken. Einmal und nie wieder! Es hat schon seinen Grund, dass diese Frucht in vielen Gebäuden und Transportmitteln verboten ist. Außerdem wurde sie in Kota Kinabalu in einer abgelegen Straße verkauft, weit weg vom restlichen Markt. Wenn man erst einmal den Geruch in der Nase hat, wird man den nicht mehr so schnell los. Kein Wunder, dass viele Leute die nur mit Handschuhen essen.

Alle uns bekannten Zitrusfrüchte (mit Ausnahme der Pomelo) haben mich nicht überzeugt, sie waren meist überhaupt nicht saftig und hatten viele Kerne. :-/

 

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Verfasst von: Juli. | 12. April 2014

Indonesien (II)

Unsere zweite Reisestation führte uns nach Yogyakarta – das kulturelles Zentrum Javas bekannt für wunderschöne Batikmuster. Eine pulsierende Stadt in der uns noch mehr vor Augen geführt wurde, wie sehr das Leben in Asien auf der Straße stattfindet; nicht im Sinne von Armut – Bettler haben wir eigentlich die ganze Zeit kaum gesehen. Es sind viel mehr Menschen auf den Straßen, was natürlich auch daran liegen könnte, dass die Einwohnerzahlen viel größer sind. Sie essen und trinken dort, fahren herum mit Motorrädern oder beobachten einfach nur das Geschehen auf den Straßen.

 

Zu Hause zu kochen scheint in dieser Kultur nicht sehr verbreitet zu sein. Ob es daran liegt, dass die Küchenausstattung zu Hause nicht optimal ist, dass die Auswahl im Supermarkt ziemlich begrenzt ist (ich hatte immer das Gefühl es gibt nur Getränke, Reis, Toast, Öl und viele Süßigkeiten, Cracker, Chips und Bonbons), dass es super lecker und viel billiger ist, als selbst zu kochen, dass sie einfach gern in Gesellschaft essen oder sich gern bekochen lassen, ich weiß es nicht. Vielleicht ist es eine Mischung aus allem, vielleicht liegt es auch daran, dass viele Haushalte eine Straßenküche besitzen. Das war zumindest mein Gefühl. Es gibt unzählige kleine Essenswagen auf Rädern, ein bisschen wie unsere Gulaschkanonen, oder eine mobile Miniküche hinten auf dem Motorrad. Außerdem größere Küchen mitten am Straßenrand die sich abends in Restaurants mitten auf dem Gehweg verwandeln. Gesessen wird entweder auf Teppichen am Boden mit dem Rücken an die Hauswand gelehnt oder manchmal auch etwas komfortabler auf Biergarnituren oder Plastikstühlen; abhängig von der Breite des Gehweges. Ja, hier gab es sie wieder die Gehwege. Auch wenn sie oft voll gestellt sind mit Essenswagen, Verkaufsständen, Motorrädern zum Verleih oder sonstigem, in Yogyakarta sind wir gerne durch die Straßen gewandelt und wenn wir doch etwas länger unterwegs waren, gab es noch die zahlreichen becaks (Rikschas). Die Straßen waren immer prall gefüllt mit Menschen, zu allen Tages- und Nachtzeiten.

 

Einblicke in die Essenskultur auf den Straßen

Einblicke in die Essenskultur auf den Straßen

Verfasst von: Juli. | 10. April 2014

Eine Zugfahrt…

…die ist lustig, interessant und entspannend. Wir entflohen der Hektik Jakartas mit dem Zug. Schon der Fahrkartenkauf war ein Erlebnis für sich. Je nachdem in welchen Teil der Insel man fahren wollte, gab es verschiedene Fahrkartenschalter und bevor wir uns an den richtigen Schalter anstellen konnten, mussten wir zunächst ein Formular ausfüllen. Gefragt wurde nach persönlichen Daten, aber auch Informationen zum Start- und Reiseziel, Name des Zuges (die haben dort keine Nummern, sondern Namen), Abfahrts- und Ankunftszeit. Man könnte sagen, wir haben unser Ticket schon einmal selbst geschrieben. Die Dame am Schalter tippte dann alles nur noch in den Computer, sagte uns dass nur noch Tickets für die Eksekutif-Klasse vorhanden sind (wir hatten eigentlich Standard buchen wollen) und druckte unsere Tickets aus. Am nächsten Morgen ging es los. Auf den Bahnsteig kam man nur mit gültigem Ticket und dazugehörigem Pass. Das Abenteuer konnte beginnen.

Der Zug war zwar nicht der modernste, die Eksekutif-Klasse war aber natürlich mit antarktischer Klimaanlage ausgerüstet. Die Sitzbänke konnten sogar um 180° gedreht werden, sodass man mit oder entgegen der Fahrtrichtung fahren konnte. Es gab einen Fernseher vom dem wir die ganze Fahrt über mit Filmen unterhalten wurden und in regelmäßigen Abständen kam das Fahrgastpersonal mit Speisekarten, Snacks und Mittagessen durch den Wagen. Die siebeneinhalb Stunden vergingen wir im Flug, was vor allem an der atemberaubenden Landschaft vor unseren Fenstern lag. Ein wenig ahnten wir was uns die nächsten Wochen erwarten würde: Vulkane am Horizont, Reisfelder wie aus dem Bilderbuch, und drum herum alles grün so weit das Auge reicht.

Verfasst von: Juli. | 31. März 2014

Kulturschock

Substantiv, (maskulin), (beim unmittelbaren Kontakt mit einer fremden Kultur) schreckhaftes Erleben der Andersartigkeit der durch die fremde Kultur erlebbaren Realität

In Asien ist es nun also endlich passiert: Ich habe meinen ersten Kulturschock erlebt. Was mir in Afrika wahrscheinlich aufgrund meiner grenzenlosen Euphorie verwehrt blieb, hat mich bei unserer Ankunft in Jakarta schon nach ein paar Stunden überwältigt. Ich war begeistert von den lebendigen Straßen in diesem Großstadtdschungel, den unzähligen Shops und Imbissen am Straßenrand, den schillernden Farben der Neonlichter, dem warmen Nieselregen und natürlich dem unverhofften Upgrade in ein wunderschönes Doppelzimmer mit eigenem Bad aufgrund einer Fehlplanung des Hostels. Doch schon am nächsten Morgen änderte sich das Bild. Alles war auf einmal grau. Jakarta schien nur aus hässlichen hohen grauen Häusern zu bestehen. Was hatte ich eigentlich erwartet? Nichts! Aber das hier?! Ein Großstadtdschungel in dem sich unzählige Motorräder wie Ameisen über die vielspurigen Straßen vorbei an Bussen und Autos schlängeln. Ein Großstadtdschungel in dem kein Platz für Fußgängerampeln ist, denn es gibt ja keine Fußgängerwege und wenn, dann nur mit reichlich metertiefen Löchern markiert, die einem bei einem falschen Tritt den direkten Zugang zur Kanalisation ermöglichen. Außerdem gibt es Fußgänger sowieso nicht. Mit Ausnahme von zwei Europäern, die bei 30°C im Schatten zu Fuß zur Touristeninformation wollten und versuchten sich einen Weg durch diesen Dschungel zu schlagen ohne dabei gleich am ersten Tag ihrer Reise ihr Leben zu lassen. Was für eine Schnapsidee?! Die Fußgänger waren wir. Es war heiß, wir tropften vor Schweiß und aus dem europäischen Winter kommend, mussten wir uns erst einmal an die Temperaturerhöhung gewöhnen. Zu Fuß wollten wir gehen, weil es laut Karte (übrigens die miserabelste, die ich je gesehen habe) nur etwa einen Kilometer geradeaus gehen sollte. Von der Touristeninformation erhofften wir uns mehr Tipps für Überlandtransportmöglichkeiten zu bekommen. Natürlich wurden wir enttäuscht, denn nach langem Suchen und Fragen, fanden wir die Touristeninformation zwar endlich, aber die war natürlich geschlossen an einem Samstagnachmittag. Das hätten wir uns auch denken können, aber bei dem Trubel auf den Straßen hätten wir mit dieser Vermutung auch falsch liegen können.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am großen grauen Nationaldenkmal, eine Art Obelisk auf einem großen Platz inmitten eines Parks, bevor wir am Bahnhof direkt unsere Fahrkarten für den nächsten Tag buchten. Raus aus Jakarta, auf nach Yogyakarta.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme, an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme; an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Verfasst von: Juli. | 31. März 2014

Home.

Nachdem wir nun seit vier Wochen wieder von unserer Reise zurück sind, kann ich mittlerweile sagen, dass ich nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit meinem Geist wieder zurück bin. Es hat doch mehrere Wochen gedauert bis ich mich an meinen neuen alten Tagesrhythmus gewöhnt habe.

Die Hektik im Alltag hat mich in den ersten Tagen sehr aus der Bahn geworfen, ebenso wie das Einkaufen im Supermarkt. Wie oft hatten wir uns während unserer Reise ausgemalt, was wir zu Hause gerne mal wieder essen würden und vor allen Dingen auch selbst kochen wollten. Immer nur Essen zu gehen, ist auf die Dauer sehr langweilig. Doch als ich dort im Supermarkt stand, war ich regelrecht überfordert. Warum gibt es von allen Produkten denn so viele verschiedene Sorten? In Malaysia gab es nur 3 Joghurts zur Auswahl und hier habe ich sogar noch die Wahl zwischen Joghurt, Pudding und Quark… Das Einkaufen wurde regelrecht zur Qual und ich wollte einfach nur irgendetwas essen, hatte aber auf nichts wirklich Appetit.
Der Lärmpegel in der Stadt ist viel geringer. Schon jetzt fehlt mir manchmal der Gesang des Muezzins, den wir fast täglich gehört haben; ebenso wie die „Hello Mister“ Rufe der Einheimischen. Vor ein paar Wochen war es einfach nur nervig, jetzt vermisse ich es so wie die schreienden Minibusfahrer in Südafrika.
Mittlerweile kann ich mir die Fotos der Reise fast ohne ein wehmütiges Gefühl im Hinterkopf anschauen. In den ersten Tagen wollte ich so viel von meinen Erlebnissen berichten und gleichzeitig auch gar nicht daran denken, weil ich am liebsten sofort wieder in die Tiefen des Regenwaldes, die unbekannten Städte und zu den fremden Kulturen zurückgekehrt wäre. Jetzt habe ich mich wieder eingelebt, in der Stadt die sich irgendwie nie verändert, außer dass alle älter und die Häuser leerer werden…

Erste Fotos von der Zeit in Indonesien gibt es hier.

Verfasst von: Juli. | 30. Januar 2014

Bunte Früchte (I)

Reisen ist einfach wunderbar! Reisen in Indonesien ist super entspannt und einfach. Reisen in Indonesien in der Regenzeit ist viel besser und trockener als gedacht! Und Reisen im Allgemeinen ist jedes Mal natürlich auch eine kulinarische Safari.

Seitdem wir hier unterwegs sind haben wir so oft es geht versucht unbekannte Früchte zu probieren. Einige bieteten ein atemberaubendes Geschmackserlebnis, andere kaufen wir lieber nicht mehr. Was bisher schon probiert wurde:

Schlangenhautfrucht (Sirsak). Entweder es ist gerade Hochsaison oder aber die Indonesier mögen diese Frucht genauso wenig wie wir, denn die Marktstände sind jedes Mal voll damit. Kleiner als eine Faust und geformt wie ein Wassertropfen, die Schale ist braun und sieht aus wie Schlangenhaut, das innere sieht riesigen Knoblauchzehen ähnlich und die Konsistenz ist etwas mehlig. Die Frucht riecht irgendwie sehr aromatisch nach Parfüm. Genauso schmeckt sie auch, wie Parfüm – einfach super eklig und überhaupt nicht unser Geschmack.

Gelbe Wassermelone. Die haben wir eigentlich nur gekauft, um zu sehen, ob es einen Unterschied zur uns bekannten roten Wassermelone gibt. Geschmacklich unterscheiden sich beide nicht sehr, ich würde behaupten die gelbe schmeckt ein bisschen nach Honig, aber ansonsten hat sie auf eher wenig Geschmack – wie eine Wassermelone halt.

Kokosnuss. Haben wir ganz allein geknackt und war natürlich sehr lecker. Leider mussten wir den Rest des Fruchtfleisches heute entsorgen, da sie schön rosapelzig war. :(

Mangostane. Definitiv eine meiner neuen Lieblingsfrüchte. Sie sieht nicht wirklich spektakulär aus, wie eine dunkelbraune Khaki, nur dass die Schale viel dicker ist. Der Geschmack jedoch ist unglaublich fruchtig, süß und sauer zu gleich und die Konsistenz ähnelt einer Litschi.

Rambutan. Quasi die grosse Schwester der Litschi. Im Prinzip schmeckt sie genauso, nur sie sieht viel cooler aus, wie ein roter Stachelball, nur dass die Stacheln nicht wirklich stachelig sind. Sehr lecker!

Drachenfrucht. Diese bei uns meist von Eisbecherdekorationen bekannte Frucht, schmeckt eigentlich nach nichts. Dennoch mögen wir sie, aber nur weil sie so schön aussieht. Gross wie eine Mango und von aussen Pink, ein bisschen wie Drachenhaut, innen kann sie entweder pink (mit kleinen schwarzen Kernen) oder weiss (mit kleinen schwarzen Kernen sein). Einen geschmacklichen Unterschied haben wir nicht wirklich entdeckt, aber wie gesagt es gibt auch kaum einen Geschmack. Wir werden sie bestimmt nochmal kaufen, weil sie auf Fotos immer so hübsch aussieht.

Tamarillo. Kurz vor meiner Abreise hatte ich diese Frucht das erste Mal in Deutschland gesehen und war neugierig. Geformt wie eine Eiertomate, gefärbt wie ein dunkelroter Schneewittchenapfel und weich wie eine Nektarine, in Scheiben geschnitten sieht sie aus wie eine Tomate, aber in dunkelrot-braun-lila. Der Geschmack ist fabelhaft, irgendwie eine Mischung aus Tomate, Pfirsich und Nektarine – super erfrischend, super lecker, wird auf jeden Fall nochmal gekauft.

Das war es glaube ich erst einmal mit unserer Erkundungstour durch das Reich der Früchte. Mal sehen, was uns in den nächsten Wochen noch alles begegnet. Ich bin gespannt und bereit fuer weitere Geschmacksexplosionen.

Ein ganz normaler Obststand. Bunt, bunt, bunt.
Rambutan (vorne links), Mangostane (vorne rechts), darueber Drachenfruechte.

Verfasst von: Juli. | 30. Januar 2014

Indonesien (I)

Seit genau 3 Wochen sind wir jetzt in Indonesien unterwegs und das Land ist so riesig und hat so viele Inseln, dass man gut und gerne noch mindestens 3 Monate hier bleiben könnte. Wir sind angekommen in der Hauptstadt Jakarta und mussten gleich feststellen, dass man zu Fuss nicht weit in Indonesien kommt. Die Stadt ist überhaupt nicht fuer Fußgänger ausgelegt, Fusswege am Strassenrand sind eher eine Seltenheit und wenn sie existieren, kann auch ganz plötzlich mal ein riesiges Loch zur Kanalisation darin klaffen. Wie auch immer, irgendwie haben wir uns einen Weg durch Jakartas Stadtdschungel geschlagen. Trotzdem waren wir sehr froh, die Stadt nach 1,5 Tagen wieder verlassen zu können. Das soll jetzt eigentlich kein ausführlicher Reisebericht werden – der kommt später noch – nur so viel, die erste Woche haben wir die Hauptinsel Java erkundet. Dann ging es mit einem Zwischenstopp in Bali weiter Richtung Osten auf die Insel Flores. Labuan Bajo ist der Ausgangspunkt, um auf die Komodo-Inseln oder zu guten Tauchpunkten zu kommen. Hier waren wir einige Tage gestrandet bevor wir dann eine Woche den Rest der Insel Flores erkundeten. Nun sind wir wieder in Bali, aber nur am Flughafen, denn in ein paar Stunden geht es nach Borneo. Noch mehr Regenwald, jippieh!

Verfasst von: Juli. | 8. Januar 2014

Reisebereit.

Es ist soweit. Morgen enfliehen Maggi und ich der Wo-ist—eigentlich-der-Winter-und-warum-sind-wir-nicht-mehr-in-Schweden-Depression und unsere Abenteuerreise durch Indonesien und Malaysia beginnt.

Die erste Hürde ist geschafft: Alle Akkus sind geladen – alles ist gepackt. Insgesamt wiegt mein Rucksack nun also 14,5 kg. Da ich den Großteil der Sachen morgen anziehe, komme ich am Ende also noch auf ein paar Kilogramm weniger und mit jedem Tag, an dem ich kein Souvenir kaufe, kann der Rucksack auch nur leichter werden.

Im Gegensatz zum Gepäck, ist die Reise noch nicht ins Detail durchgeplant. Morgen früh geh es los Berlin-München-Dubai-Jakarta. Danach soll zunächst Java erkundet werden, dann auf jeden Fall die Komodo-Inseln und Borneo, auf welchen Inseln wir unterwegs noch Halt machen, wird spontan und in Abhängigkeit von Transportmöglichkeiten entschieden. Unsere Wunschliste wird allerdings immer größer. Mehr dazu dann wahrscheinlich wieder im März, wenn ich zurück bin.

Auf jeden Fall freue ich mich ganz besonders noch einmal Neujahr feiern zu dürfen, denn am 31.01 ist das chinesische Neujahrsfest und dieses wird sowohl in Indonesien als auch Malaysia gefeiert. Wir lassen uns überraschen, wie das abläuft. Und dann kann ich es gar nicht erwarten endlich wieder Maracujas zu essen! Maracujas! Lecker! Und so eine Kokosnuss würde ich auch nicht abschlagen. Weiterhin freut sich mein Gaumen schon auf die anderen mir noch unbekannten Früchte – nur von der Durian (Stinkefrucht) sollte ich wohl meine Finger lassen.

Bis bald.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Verfasst von: Juli. | 13. Dezember 2013

Home.

Hm, hier sollte jetzt eigentlich ein Beitrag zum Abschied aus Uppsala stehen, aber irgendwas ist mir da wohl dazwischen gekommen. Jetzt weiß ich es wieder, die lange Zugfahrt und das schöne Wochenende in Hamburg waren es wohl. Doch auch jetzt nach knapp zwei Wochen zu Hause fühle ich mich immer noch als wäre ich nicht richtig angekommen. Mittlerweile bin ich froh, dass der Schnee erst ein paar Tage nach meiner Abreise kam, sonst wäre es mir sehr schwer gefallen zu gehen. So war es halt irgendwie okay. Umarmungen, tschüss, bis bald und auf Wiedersehen, so als würde ich in spätestens zwei Wochen wieder zurück sein. Doch das bin ich nicht.

Ich liebe umziehen. Ich liebe reisen. Ich liebe Sachen packen meist bis 3 Tage vor Reisebeginn, verabscheue es danach und schiebe es bis auf die letzte Minute hinaus. Ich liebe Neues zu entdecken und mit jedem Umzug, mit jeder Reise wird dieser Drang größer. Kaum irgendwo angekommen, möchte ich auch gleich wieder Neues entdecken. So oft habe ich im letzten Jahr meinen Rucksack gepackt, war in mehrere Male in Nordschweden, in Tallinn, Riga, Wien und Norwegen, auf Gotland, in Kopenhagen und, und, und… da müsste ich jetzt eigentlich schon Packprofi sein. Im Bezug auf das Ausreizen meines Rucksackvolumens bin ich das sicher auch, hinsichtlich der Entscheidungsgeschwindigkeit, welche Sachen denn nun mitgenommen werden sollen, jedoch noch lange nicht.

Die Sachen für meine Rückreise zu packen viel mir leicht, denn das Ziel lag vor Augen. Alles muss in die zwei Taschen passen, egal wie, und am Ende hat auch alles gepasst. Das Auspacken hat dann wesentlich länger gedauert und für viele Sachen musst ich neue Plätze finden. Doch auch nach nunmehr fast zwei Wochen fühle ich mich als wäre ich nur mal kurz zu Besuch nach Hause gekommen. Manchmal fühle ich mich heimatlos. Manchmal mag ich das Gefühl und manchmal macht es mir Angst. So viele Städte habe ich nun schon gesehen und meine Zelte auf- und abgebaut – doch wo will ich hin, wo fühle ich mich wohl, wo komme ich an?

Dass es ungewiss ist wann und ob ich meine Uppsala Freunde wiedersehen werde, habe ich noch nicht richtig realisiert. Statt mit Martina beim Kochen zu nervtötender RixFM Musik durch die Küche zu tanzen, kann ich jetzt endlich wieder zu guter Musik herumspringen wann immer ich will, nur leider meist allein. Statt einer nächtlichen Radtour zu den Containern der Supermärkte, lese ich jetzt ein Buch, schaue alte Bill Cosby Show Folgen (einfach zu gut!) oder gehe ins Bett. Besonders Obst und Gemüse sind wieder so günstig, dass ich mir den ganzen Einkaufswagen damit füllen könnte; fast schon erschreckend billig. Statt Mittagessen in der Studenten- oder Mitarbeiterküche im MVM, gibt es jetzt halt Mittag oder Kuchen bei Oma, mit Freunden und endlich wieder einen richtigen Weihnachtsmarkt.

Vielleicht bin ich auch einfach nur noch nicht richtig angekommen, weil ich zwischen Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgesprächen und Freunde treffen schon wieder die nächste Reise plane und ich mit dem Packen längst schon beginnen könnte. Zwei Monate Rucksackreisen auf Indonesien und Malaysia stehen bevor. In dreieinhalb Wochen geht es schon los. Aber danach, da lasse ich mich dann endlich irgendwo zur Ruh und baue mir ein Heim auf…

Verfasst von: Juli. | 28. November 2013

Mein erstes Mal

…Survival Training. Die Zeit rennt nur so davon, gestern habe ich mich noch einmal der schwedischen Fika-Tradition gewidmet und ganz genüsslich ein Stück Prinsesstårta gegessen. Auf dem Weg nach Hause bin ich gegen die Zeit hinauf zum Schloss gerannt, weil der Himmel sich wunderschön pink verfärbt hatte – nachmittags gegen drei Uhr… und abends fand dann meine kleine feine Abschiedsfeier stattfand.

Sonnenuntergang. 15:30.

15:30. Sonnenuntergang hinterm botanischen Garten.

Bevor ich das Land verlasse, konnte ich heute sogar noch eine ganz neue Uppsala Attraktion austesten. Nächstes Wochenende eröffnet hier der erste Survival Run Trainingsplatz. Survial Run – was ist das? Genauso ging es mir auch, als ich davon das erste Mal hörte. Ich hatte keine Ahnung. Mittlerweile weiß ich ein bisschen mehr und durfte den Spielplatz für Erwachsene heute mal ausprobieren. Eigentlich ist es nichts anderes als ein Hindernislauf, allerdings ein sehr anstrengender. Super Workout – schade, dass ich mich dort nicht noch öfter austoben kann. Morgen, wenn mir dann sämtliche Gliedmaßen wehtun, bereue ich diese Worte bestimmt. Heute ging es weniger ums Laufen, sondern mehr darum wie man die Hindernisse überwindet, denn das ist die Grundlage – laufen kann ja theoretisch jeder. :)

Wie ein Affe, aber gar nicht so einfach. Meine erste Survival Erfahrung.

Wie ein Affe, aber gar nicht so einfach. Meine erste Survival Erfahrung.

Nur noch ein Tag in Uppsala…

Verfasst von: Juli. | 26. November 2013

Ein letztes Mal…

…unterwegs in Stockholm, zumindest für dieses Jahr. Ich komme bestimmt noch mal wieder, denn eine Kajak- oder Bootstour durch die Schären habe ich immer noch nicht gemacht.

Heute stand Kunst auf dem Programm und ich war endlich im Moderna Museet und gleich nebenan auch im Arkitekturmuseet. Ich hätte mich vorher besser über die Austellungen informieren sollen, dann hätte ich noch einen Tag gewartet, denn morgen eröffnet eine Sonderaustellung zu Pferfferkuchenhäusern. Vielleicht wäre mir dann auch aufgefallen, dass ich einige der provokativen Bilder von Cindy Sherman schon im Kunstmuseum in Oslo gesehen habe. Dennoch, gab es genügend Kunstwerke zu entdecken und danach bin ich noch auf Entdeckungstour in der Metro unterwegs gewesen. Allerdings habe ich auch heute keine Station gefunden, die mir besser gefällt als Nackrosen. Aber beim Warten an der Station „Universitetet“ wird einem auf jeden Fall auch nicht langweilig, denn diese ist gespickt mit zahlreichen wissenschaftlichen Informationen.

Nur noch 3 Tage in Uppsala…

Ropsten.

Ropsten.

Universitetet.

Universitetet.

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