Verfasst von: J. | 18. April 2014

Fast wie Stars

Yogyakarta ist der perfekte Standort für Tagesausflüge zu Vulkanen oder Tempeln in unmittelbarer Nähe. Den weltgrößten buddhistischen Tempel der Welt zu besichtigen, war eines der wenigen Highlights unserer Reise das von vornherein fest eingeplant war und das nicht erst seitdem ich einen Ausschnitt des Tempels auf dem Cover des letzten Globetrotter-Kataloges gesehen hatte.

Um so früh wie möglich dort zu sein und den Tempel vor dem Hauptstrom an Touristen in Ruhe besichtigen zu können, nahmen wir den ersten Bus gegen 6 Uhr morgens und bestaunten zwei Stunden später den Tempel. Alleine waren wir zu dieser Zeit natürlich auch nicht, aber es war wesentlich leerer als um die Mittagszeit. Als Europäer fielen wir ziemlich schnell auf und schon nach kurzer Zeit wurden wir nach einem ersten Foto gefragt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir noch der vollen Überzeugung, dass es bei diesem einen Bild bleiben würde. Ein paar Stunden später bildeten sich schon Schlangen von fotowütigen asiatischen Touristen um uns herum. Wenn sich einer erst einmal getraut hatte zu fragen, wollten plötzlich ganz viele andere auch Fotos mit uns. Erst nur Fotos von uns beiden, dann nochmal einzeln, Fotos mit uns allein und zu zweit und natürlich nicht zu vergessen das obligatorische Gruppenbild. Ich möchte nicht wissen, auf wie vielen Facebook-Bildern wir an diesem Tag zu sehen waren… Verflucht seien Smartphones! Als dann die Großfamilie fragte und nach dem Familienportrait auch noch jeder einzeln ein Bild mit uns wollte, wurde es uns dann echt zu bunt und wir nahmen reiß aus. Das mag unhöflich gewesen sein, aber auch wir waren einfach nur Touristen, die gekommen waren um den Tempel zu besichtigen und nicht um stundenlang vor der Kamera fremder Touristen zu posieren.

Blick über einige der 72 Stupas von Borobudur, erbaut im 8. Jahrhundert und UNESCO-Weltkulturerbe - zu recht!

Blick über einige der majestätischen 72 Stupas von Borobudur, erbaut im 8. Jahrhundert. Seit 1991 UNESCO-Weltkulturerbe – zu recht!

 

Verfasst von: J. | 13. April 2014

Bunte Früchte (II)

Ich hatte hier schon einmal über unsere kulinarische Reise durch die tropische Fruchtwelt berichtet, nun folgt der nächste Teil.

Longan (Dragon’s Eye). Kleine etwa Mirabellen große Früche mit hellgelber nicht glänzender glatter Schale, die abgezogen werden muss. Sie sind mit der Litchi verwandt und die Konsistenz war ähnlich, der Geschmack eine Mischung aus süß und sauer, dazu sehr saftig. Lecker.

Papaya. In diesen Breiten teilweise riesig Früchte, mit dunkelgelber Schale (wenn sie reif sind), orangem Fruchtfleisch (mangoähnliche Konsistenz) und vielen tiefschwarzen Kernen. Der Geschmack ist sehr mild, süßlich; für mich schmeckt sie nach nichts, deswegen mag ich sie auch nicht wirklich.

Brotfrucht (Jackfruit). Ebenfalls riesige bis zu 90cm lange Frucht mit grüner unebener Schale (sieht aus als würde sie tausende Huckel/stumpfe Stacheln haben). Sehr schwer aus der Schale zu lösen, deswegen gibt es auch oft nur die einzelnen Fruchtstücke zu kaufen. Diese sind fahl gelb und sehen aus wie riesige Knoblauchzehen. Konsistenz und süßlicher Geschmack sind ähnlich der Schlangenfrucht, jedoch riecht sie nicht so parfümiert. Super lecker als herzhaftes Curry.

Stinkfrucht (Durian). Entweder man liebt sie oder man hasst sie! Ich werde sie auf jeden Fall nie wieder essen. Ich habe nur ein winziges Stück als getrocknete Variante gegessen und das hat mir gereicht. Eine Mischung aus Knoblauch, Zwiebel, und Kot. Ich musste sofort wieder an Surströmming (vergorener Hering) denken. Einmal und nie wieder! Es hat schon seinen Grund, dass diese Frucht in vielen Gebäuden und Transportmitteln verboten ist. Außerdem wurde sie in Kota Kinabalu in einer abgelegen Straße verkauft, weit weg vom restlichen Markt. Wenn man erst einmal den Geruch in der Nase hat, wird man den nicht mehr so schnell los. Kein Wunder, dass viele Leute die nur mit Handschuhen essen.

Alle uns bekannten Zitrusfrüchte (mit Ausnahme der Pomelo) haben mich nicht überzeugt, sie waren meist überhaupt nicht saftig und hatten viele Kerne. :-/

 

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Verfasst von: J. | 12. April 2014

Indonesien (II)

Unsere zweite Reisestation führte uns nach Yogyakarta – das kulturelles Zentrum Javas bekannt für wunderschöne Batikmuster. Eine pulsierende Stadt in der uns noch mehr vor Augen geführt wurde, wie sehr das Leben in Asien auf der Straße stattfindet; nicht im Sinne von Armut – Bettler haben wir eigentlich die ganze Zeit kaum gesehen. Es sind viel mehr Menschen auf den Straßen, was natürlich auch daran liegen könnte, dass die Einwohnerzahlen viel größer sind. Sie essen und trinken dort, fahren herum mit Motorrädern oder beobachten einfach nur das Geschehen auf den Straßen.

 

Zu Hause zu kochen scheint in dieser Kultur nicht sehr verbreitet zu sein. Ob es daran liegt, dass die Küchenausstattung zu Hause nicht optimal ist, dass die Auswahl im Supermarkt ziemlich begrenzt ist (ich hatte immer das Gefühl es gibt nur Getränke, Reis, Toast, Öl und viele Süßigkeiten, Cracker, Chips und Bonbons), dass es super lecker und viel billiger ist, als selbst zu kochen, dass sie einfach gern in Gesellschaft essen oder sich gern bekochen lassen, ich weiß es nicht. Vielleicht ist es eine Mischung aus allem, vielleicht liegt es auch daran, dass viele Haushalte eine Straßenküche besitzen. Das war zumindest mein Gefühl. Es gibt unzählige kleine Essenswagen auf Rädern, ein bisschen wie unsere Gulaschkanonen, oder eine mobile Miniküche hinten auf dem Motorrad. Außerdem größere Küchen mitten am Straßenrand die sich abends in Restaurants mitten auf dem Gehweg verwandeln. Gesessen wird entweder auf Teppichen am Boden mit dem Rücken an die Hauswand gelehnt oder manchmal auch etwas komfortabler auf Biergarnituren oder Plastikstühlen; abhängig von der Breite des Gehweges. Ja, hier gab es sie wieder die Gehwege. Auch wenn sie oft voll gestellt sind mit Essenswagen, Verkaufsständen, Motorrädern zum Verleih oder sonstigem, in Yogyakarta sind wir gerne durch die Straßen gewandelt und wenn wir doch etwas länger unterwegs waren, gab es noch die zahlreichen becaks (Rikschas). Die Straßen waren immer prall gefüllt mit Menschen, zu allen Tages- und Nachtzeiten.

 

Einblicke in die Essenskultur auf den Straßen

Einblicke in die Essenskultur auf den Straßen

Verfasst von: J. | 10. April 2014

Eine Zugfahrt…

…die ist lustig, interessant und entspannend. Wir entflohen der Hektik Jakartas mit dem Zug. Schon der Fahrkartenkauf war ein Erlebnis für sich. Je nachdem in welchen Teil der Insel man fahren wollte, gab es verschiedene Fahrkartenschalter und bevor wir uns an den richtigen Schalter anstellen konnten, mussten wir zunächst ein Formular ausfüllen. Gefragt wurde nach persönlichen Daten, aber auch Informationen zum Start- und Reiseziel, Name des Zuges (die haben dort keine Nummern, sondern Namen), Abfahrts- und Ankunftszeit. Man könnte sagen, wir haben unser Ticket schon einmal selbst geschrieben. Die Dame am Schalter tippte dann alles nur noch in den Computer, sagte uns dass nur noch Tickets für die Eksekutif-Klasse vorhanden sind (wir hatten eigentlich Standard buchen wollen) und druckte unsere Tickets aus. Am nächsten Morgen ging es los. Auf den Bahnsteig kam man nur mit gültigem Ticket und dazugehörigem Pass. Das Abenteuer konnte beginnen.

Der Zug war zwar nicht der modernste, die Eksekutif-Klasse war aber natürlich mit antarktischer Klimaanlage ausgerüstet. Die Sitzbänke konnten sogar um 180° gedreht werden, sodass man mit oder entgegen der Fahrtrichtung fahren konnte. Es gab einen Fernseher vom dem wir die ganze Fahrt über mit Filmen unterhalten wurden und in regelmäßigen Abständen kam das Fahrgastpersonal mit Speisekarten, Snacks und Mittagessen durch den Wagen. Die siebeneinhalb Stunden vergingen wir im Flug, was vor allem an der atemberaubenden Landschaft vor unseren Fenstern lag. Ein wenig ahnten wir was uns die nächsten Wochen erwarten würde: Vulkane am Horizont, Reisfelder wie aus dem Bilderbuch, und drum herum alles grün so weit das Auge reicht.

Verfasst von: J. | 31. März 2014

Kulturschock

Substantiv, (maskulin), (beim unmittelbaren Kontakt mit einer fremden Kultur) schreckhaftes Erleben der Andersartigkeit der durch die fremde Kultur erlebbaren Realität

In Asien ist es nun also endlich passiert: Ich habe meinen ersten Kulturschock erlebt. Was mir in Afrika wahrscheinlich aufgrund meiner grenzenlosen Euphorie verwehrt blieb, hat mich bei unserer Ankunft in Jakarta schon nach ein paar Stunden überwältigt. Ich war begeistert von den lebendigen Straßen in diesem Großstadtdschungel, den unzähligen Shops und Imbissen am Straßenrand, den schillernden Farben der Neonlichter, dem warmen Nieselregen und natürlich dem unverhofften Upgrade in ein wunderschönes Doppelzimmer mit eigenem Bad aufgrund einer Fehlplanung des Hostels. Doch schon am nächsten Morgen änderte sich das Bild. Alles war auf einmal grau. Jakarta schien nur aus hässlichen hohen grauen Häusern zu bestehen. Was hatte ich eigentlich erwartet? Nichts! Aber das hier?! Ein Großstadtdschungel in dem sich unzählige Motorräder wie Ameisen über die vielspurigen Straßen vorbei an Bussen und Autos schlängeln. Ein Großstadtdschungel in dem kein Platz für Fußgängerampeln ist, denn es gibt ja keine Fußgängerwege und wenn, dann nur mit reichlich metertiefen Löchern markiert, die einem bei einem falschen Tritt den direkten Zugang zur Kanalisation ermöglichen. Außerdem gibt es Fußgänger sowieso nicht. Mit Ausnahme von zwei Europäern, die bei 30°C im Schatten zu Fuß zur Touristeninformation wollten und versuchten sich einen Weg durch diesen Dschungel zu schlagen ohne dabei gleich am ersten Tag ihrer Reise ihr Leben zu lassen. Was für eine Schnapsidee?! Die Fußgänger waren wir. Es war heiß, wir tropften vor Schweiß und aus dem europäischen Winter kommend, mussten wir uns erst einmal an die Temperaturerhöhung gewöhnen. Zu Fuß wollten wir gehen, weil es laut Karte (übrigens die miserabelste, die ich je gesehen habe) nur etwa einen Kilometer geradeaus gehen sollte. Von der Touristeninformation erhofften wir uns mehr Tipps für Überlandtransportmöglichkeiten zu bekommen. Natürlich wurden wir enttäuscht, denn nach langem Suchen und Fragen, fanden wir die Touristeninformation zwar endlich, aber die war natürlich geschlossen an einem Samstagnachmittag. Das hätten wir uns auch denken können, aber bei dem Trubel auf den Straßen hätten wir mit dieser Vermutung auch falsch liegen können.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am großen grauen Nationaldenkmal, eine Art Obelisk auf einem großen Platz inmitten eines Parks, bevor wir am Bahnhof direkt unsere Fahrkarten für den nächsten Tag buchten. Raus aus Jakarta, auf nach Yogyakarta.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme, an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Alltag in Jakarta. Immerhin tragen die meisten Fahrer hier noch Motorradhelme; an anderen Orten haben wir das kaum noch gesehen.

Verfasst von: J. | 31. März 2014

Home.

Nachdem wir nun seit vier Wochen wieder von unserer Reise zurück sind, kann ich mittlerweile sagen, dass ich nicht nur mit dem Körper, sondern auch mit meinem Geist wieder zurück bin. Es hat doch mehrere Wochen gedauert bis ich mich an meinen neuen alten Tagesrhythmus gewöhnt habe.

Die Hektik im Alltag hat mich in den ersten Tagen sehr aus der Bahn geworfen, ebenso wie das Einkaufen im Supermarkt. Wie oft hatten wir uns während unserer Reise ausgemalt, was wir zu Hause gerne mal wieder essen würden und vor allen Dingen auch selbst kochen wollten. Immer nur Essen zu gehen, ist auf die Dauer sehr langweilig. Doch als ich dort im Supermarkt stand, war ich regelrecht überfordert. Warum gibt es von allen Produkten denn so viele verschiedene Sorten? In Malaysia gab es nur 3 Joghurts zur Auswahl und hier habe ich sogar noch die Wahl zwischen Joghurt, Pudding und Quark… Das Einkaufen wurde regelrecht zur Qual und ich wollte einfach nur irgendetwas essen, hatte aber auf nichts wirklich Appetit.
Der Lärmpegel in der Stadt ist viel geringer. Schon jetzt fehlt mir manchmal der Gesang des Muezzins, den wir fast täglich gehört haben; ebenso wie die „Hello Mister“ Rufe der Einheimischen. Vor ein paar Wochen war es einfach nur nervig, jetzt vermisse ich es so wie die schreienden Minibusfahrer in Südafrika.
Mittlerweile kann ich mir die Fotos der Reise fast ohne ein wehmütiges Gefühl im Hinterkopf anschauen. In den ersten Tagen wollte ich so viel von meinen Erlebnissen berichten und gleichzeitig auch gar nicht daran denken, weil ich am liebsten sofort wieder in die Tiefen des Regenwaldes, die unbekannten Städte und zu den fremden Kulturen zurückgekehrt wäre. Jetzt habe ich mich wieder eingelebt, in der Stadt die sich irgendwie nie verändert, außer dass alle älter und die Häuser leerer werden…

Erste Fotos von der Zeit in Indonesien gibt es hier.

Verfasst von: J. | 30. Januar 2014

Bunte Früchte (I)

Reisen ist einfach wunderbar! Reisen in Indonesien ist super entspannt und einfach. Reisen in Indonesien in der Regenzeit ist viel besser und trockener als gedacht! Und Reisen im Allgemeinen ist jedes Mal natürlich auch eine kulinarische Safari.

Seitdem wir hier unterwegs sind haben wir so oft es geht versucht unbekannte Früchte zu probieren. Einige bieteten ein atemberaubendes Geschmackserlebnis, andere kaufen wir lieber nicht mehr. Was bisher schon probiert wurde:

Schlangenhautfrucht (Sirsak). Entweder es ist gerade Hochsaison oder aber die Indonesier mögen diese Frucht genauso wenig wie wir, denn die Marktstände sind jedes Mal voll damit. Kleiner als eine Faust und geformt wie ein Wassertropfen, die Schale ist braun und sieht aus wie Schlangenhaut, das innere sieht riesigen Knoblauchzehen ähnlich und die Konsistenz ist etwas mehlig. Die Frucht riecht irgendwie sehr aromatisch nach Parfüm. Genauso schmeckt sie auch, wie Parfüm – einfach super eklig und überhaupt nicht unser Geschmack.

Gelbe Wassermelone. Die haben wir eigentlich nur gekauft, um zu sehen, ob es einen Unterschied zur uns bekannten roten Wassermelone gibt. Geschmacklich unterscheiden sich beide nicht sehr, ich würde behaupten die gelbe schmeckt ein bisschen nach Honig, aber ansonsten hat sie auf eher wenig Geschmack – wie eine Wassermelone halt.

Kokosnuss. Haben wir ganz allein geknackt und war natürlich sehr lecker. Leider mussten wir den Rest des Fruchtfleisches heute entsorgen, da sie schön rosapelzig war. :(

Mangostane. Definitiv eine meiner neuen Lieblingsfrüchte. Sie sieht nicht wirklich spektakulär aus, wie eine dunkelbraune Khaki, nur dass die Schale viel dicker ist. Der Geschmack jedoch ist unglaublich fruchtig, süß und sauer zu gleich und die Konsistenz ähnelt einer Litschi.

Rambutan. Quasi die grosse Schwester der Litschi. Im Prinzip schmeckt sie genauso, nur sie sieht viel cooler aus, wie ein roter Stachelball, nur dass die Stacheln nicht wirklich stachelig sind. Sehr lecker!

Drachenfrucht. Diese bei uns meist von Eisbecherdekorationen bekannte Frucht, schmeckt eigentlich nach nichts. Dennoch mögen wir sie, aber nur weil sie so schön aussieht. Gross wie eine Mango und von aussen Pink, ein bisschen wie Drachenhaut, innen kann sie entweder pink (mit kleinen schwarzen Kernen) oder weiss (mit kleinen schwarzen Kernen sein). Einen geschmacklichen Unterschied haben wir nicht wirklich entdeckt, aber wie gesagt es gibt auch kaum einen Geschmack. Wir werden sie bestimmt nochmal kaufen, weil sie auf Fotos immer so hübsch aussieht.

Tamarillo. Kurz vor meiner Abreise hatte ich diese Frucht das erste Mal in Deutschland gesehen und war neugierig. Geformt wie eine Eiertomate, gefärbt wie ein dunkelroter Schneewittchenapfel und weich wie eine Nektarine, in Scheiben geschnitten sieht sie aus wie eine Tomate, aber in dunkelrot-braun-lila. Der Geschmack ist fabelhaft, irgendwie eine Mischung aus Tomate, Pfirsich und Nektarine – super erfrischend, super lecker, wird auf jeden Fall nochmal gekauft.

Das war es glaube ich erst einmal mit unserer Erkundungstour durch das Reich der Früchte. Mal sehen, was uns in den nächsten Wochen noch alles begegnet. Ich bin gespannt und bereit fuer weitere Geschmacksexplosionen.

Ein ganz normaler Obststand. Bunt, bunt, bunt.
Rambutan (vorne links), Mangostane (vorne rechts), darueber Drachenfruechte.

Verfasst von: J. | 30. Januar 2014

Indonesien (I)

Seit genau 3 Wochen sind wir jetzt in Indonesien unterwegs und das Land ist so riesig und hat so viele Inseln, dass man gut und gerne noch mindestens 3 Monate hier bleiben könnte. Wir sind angekommen in der Hauptstadt Jakarta und mussten gleich feststellen, dass man zu Fuss nicht weit in Indonesien kommt. Die Stadt ist überhaupt nicht fuer Fußgänger ausgelegt, Fusswege am Strassenrand sind eher eine Seltenheit und wenn sie existieren, kann auch ganz plötzlich mal ein riesiges Loch zur Kanalisation darin klaffen. Wie auch immer, irgendwie haben wir uns einen Weg durch Jakartas Stadtdschungel geschlagen. Trotzdem waren wir sehr froh, die Stadt nach 1,5 Tagen wieder verlassen zu können. Das soll jetzt eigentlich kein ausführlicher Reisebericht werden – der kommt später noch – nur so viel, die erste Woche haben wir die Hauptinsel Java erkundet. Dann ging es mit einem Zwischenstopp in Bali weiter Richtung Osten auf die Insel Flores. Labuan Bajo ist der Ausgangspunkt, um auf die Komodo-Inseln oder zu guten Tauchpunkten zu kommen. Hier waren wir einige Tage gestrandet bevor wir dann eine Woche den Rest der Insel Flores erkundeten. Nun sind wir wieder in Bali, aber nur am Flughafen, denn in ein paar Stunden geht es nach Borneo. Noch mehr Regenwald, jippieh!

Verfasst von: J. | 8. Januar 2014

Reisebereit.

Es ist soweit. Morgen enfliehen Maggi und ich der Wo-ist—eigentlich-der-Winter-und-warum-sind-wir-nicht-mehr-in-Schweden-Depression und unsere Abenteuerreise durch Indonesien und Malaysia beginnt.

Die erste Hürde ist geschafft: Alle Akkus sind geladen – alles ist gepackt. Insgesamt wiegt mein Rucksack nun also 14,5 kg. Da ich den Großteil der Sachen morgen anziehe, komme ich am Ende also noch auf ein paar Kilogramm weniger und mit jedem Tag, an dem ich kein Souvenir kaufe, kann der Rucksack auch nur leichter werden.

Im Gegensatz zum Gepäck, ist die Reise noch nicht ins Detail durchgeplant. Morgen früh geh es los Berlin-München-Dubai-Jakarta. Danach soll zunächst Java erkundet werden, dann auf jeden Fall die Komodo-Inseln und Borneo, auf welchen Inseln wir unterwegs noch Halt machen, wird spontan und in Abhängigkeit von Transportmöglichkeiten entschieden. Unsere Wunschliste wird allerdings immer größer. Mehr dazu dann wahrscheinlich wieder im März, wenn ich zurück bin.

Auf jeden Fall freue ich mich ganz besonders noch einmal Neujahr feiern zu dürfen, denn am 31.01 ist das chinesische Neujahrsfest und dieses wird sowohl in Indonesien als auch Malaysia gefeiert. Wir lassen uns überraschen, wie das abläuft. Und dann kann ich es gar nicht erwarten endlich wieder Maracujas zu essen! Maracujas! Lecker! Und so eine Kokosnuss würde ich auch nicht abschlagen. Weiterhin freut sich mein Gaumen schon auf die anderen mir noch unbekannten Früchte – nur von der Durian (Stinkefrucht) sollte ich wohl meine Finger lassen.

Bis bald.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Verfasst von: J. | 13. Dezember 2013

Home.

Hm, hier sollte jetzt eigentlich ein Beitrag zum Abschied aus Uppsala stehen, aber irgendwas ist mir da wohl dazwischen gekommen. Jetzt weiß ich es wieder, die lange Zugfahrt und das schöne Wochenende in Hamburg waren es wohl. Doch auch jetzt nach knapp zwei Wochen zu Hause fühle ich mich immer noch als wäre ich nicht richtig angekommen. Mittlerweile bin ich froh, dass der Schnee erst ein paar Tage nach meiner Abreise kam, sonst wäre es mir sehr schwer gefallen zu gehen. So war es halt irgendwie okay. Umarmungen, tschüss, bis bald und auf Wiedersehen, so als würde ich in spätestens zwei Wochen wieder zurück sein. Doch das bin ich nicht.

Ich liebe umziehen. Ich liebe reisen. Ich liebe Sachen packen meist bis 3 Tage vor Reisebeginn, verabscheue es danach und schiebe es bis auf die letzte Minute hinaus. Ich liebe Neues zu entdecken und mit jedem Umzug, mit jeder Reise wird dieser Drang größer. Kaum irgendwo angekommen, möchte ich auch gleich wieder Neues entdecken. So oft habe ich im letzten Jahr meinen Rucksack gepackt, war in mehrere Male in Nordschweden, in Tallinn, Riga, Wien und Norwegen, auf Gotland, in Kopenhagen und, und, und… da müsste ich jetzt eigentlich schon Packprofi sein. Im Bezug auf das Ausreizen meines Rucksackvolumens bin ich das sicher auch, hinsichtlich der Entscheidungsgeschwindigkeit, welche Sachen denn nun mitgenommen werden sollen, jedoch noch lange nicht.

Die Sachen für meine Rückreise zu packen viel mir leicht, denn das Ziel lag vor Augen. Alles muss in die zwei Taschen passen, egal wie, und am Ende hat auch alles gepasst. Das Auspacken hat dann wesentlich länger gedauert und für viele Sachen musst ich neue Plätze finden. Doch auch nach nunmehr fast zwei Wochen fühle ich mich als wäre ich nur mal kurz zu Besuch nach Hause gekommen. Manchmal fühle ich mich heimatlos. Manchmal mag ich das Gefühl und manchmal macht es mir Angst. So viele Städte habe ich nun schon gesehen und meine Zelte auf- und abgebaut – doch wo will ich hin, wo fühle ich mich wohl, wo komme ich an?

Dass es ungewiss ist wann und ob ich meine Uppsala Freunde wiedersehen werde, habe ich noch nicht richtig realisiert. Statt mit Martina beim Kochen zu nervtötender RixFM Musik durch die Küche zu tanzen, kann ich jetzt endlich wieder zu guter Musik herumspringen wann immer ich will, nur leider meist allein. Statt einer nächtlichen Radtour zu den Containern der Supermärkte, lese ich jetzt ein Buch, schaue alte Bill Cosby Show Folgen (einfach zu gut!) oder gehe ins Bett. Besonders Obst und Gemüse sind wieder so günstig, dass ich mir den ganzen Einkaufswagen damit füllen könnte; fast schon erschreckend billig. Statt Mittagessen in der Studenten- oder Mitarbeiterküche im MVM, gibt es jetzt halt Mittag oder Kuchen bei Oma, mit Freunden und endlich wieder einen richtigen Weihnachtsmarkt.

Vielleicht bin ich auch einfach nur noch nicht richtig angekommen, weil ich zwischen Bewerbungsschreiben, Vorstellungsgesprächen und Freunde treffen schon wieder die nächste Reise plane und ich mit dem Packen längst schon beginnen könnte. Zwei Monate Rucksackreisen auf Indonesien und Malaysia stehen bevor. In dreieinhalb Wochen geht es schon los. Aber danach, da lasse ich mich dann endlich irgendwo zur Ruh und baue mir ein Heim auf…

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